Update 23.4.2026: Das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2027) ist eines der Gesetze, die seit Wochen in der Bunderegierung festhängen, weil sich das Wirtschaftsministerium und Vizekanzler Lars Klingbeil nicht einig werden. Streitpunkt ist vor allem die geplante Streichung der Einspeisevergütung für kleinere Dachanlage. Dennoch ist der Gesetzentwurf nun in dieser Woche in die Ressortabstimmung gegangen, die Beteiligung der Länder und Verbände soll folgen. Das Bundeswirtschaftsministerium strebt einen Beschluss der Gesetzesnovelle im Bundeskabinett für Mitte Mai an.
Der vorliegende EEG-Entwurf sieht unter anderem vor, Betreibern für ab 2027 neu errichtete Solarstromanlagen auf Dächern von Eigenheimen, Mietwohngebäuden und Kleingewerbe mit einer Leistung von bis zu 25 Kilowatt Leistung keine Vergütung mehr für den ins öffentliche Stromnetz eingespeisten Solarstrom zu gewähren. Statt dessen sollen Eigentümer diesen Solarstrom künftig an der Strombörse direktvermarkten müssen.
Der Bundesverband Solar warnt davor, dass ohne Einspeisevergütung die Nachfrage nach Solarstromanlagen stark einbrechen könnte. Der Verband geht davon aus, dass Hauseigentümer künftig nicht einmal den Marktwert für ihren eingespeisten Solarstrom erhalten, und bezweifelt, dass Netzbetreiber in den nächsten Jahren bundesweit die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Direktvermarktung kleiner PV-Anlagen schaffen. Nach einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage von YouGov im Auftrag des BSW-Solar sprechen sich 81 Prozent der Befragten dafür aus, dass die Solarförderung unverändert bleibt oder erhöht wird. Nur 9 Prozent stimmen den Plänen der Bundesregierung zu.
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Update 27.02.2026: Die Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist die zweite Gesetzesnovelle in diesem Jahr, die private Haus- und Wohnungseigentümer direkt betrifft. Damit die Novelle auch von der EU-Kommission beihilferechtlich genehmigt werden kann, muss sie in diesem Jahr verabschiedet werden. Nur so ist eine weitere Förderung unter anderem von Photovoltaik möglich. Die EU-Genehmigung für die bisherige Vergütungsregelung läuft nämlich Ende 2026 aus. Anfang 2027 soll deshalb eine EEG-Novelle neu in Kraft treten.
Und ändern wird sich wohl einiges: So hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche schon angekündigt, dass sie die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen streichen will. Der Referentenentwurf für das neue EEG, der nun bekannt geworden ist (unter anderem berichten Table.Media und die Zeitung für kommunale Wirtschaft), zeigt, dass das Bundeswirtschaftsministerium an diesem Plan festhält. Demnach erhalten Betreiber von Solaranlagen auf Hausdächern künftig keine garantierte Vergütung für eingespeisten Strom mehr. Das soll für neu installierte Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von weniger als 25 Kilowatt gelten. Hauseigentümer müssen den Solarstrom dann entweder selbst verbrauchen und mit Solarstromspeicher zwischenlagern, oder sich selbst um die Direktvermarktung kümmern. Das bedeutet sie müssen einen Abnehmer finden und den Solarstrom dann zum Marktpreis verkaufen. Darüber hinaus soll die Einspeisung in Netz auf die Hälfte der maximalen Leistung der Solaranlage begrenzt werden.
Was bedeutet der EEG-Entwuf für private Hauseigentümer?
Wird die EEG-Novelle so umgesetzt, ist 2026 das letzte Jahr, in dem Eigentümer sich eine feste Einspeisevergütung für ihre Photovoltaik-Anlage sichern können. Wer also entsprechende Pläne für eine Solaranlage hat und das bisherige Modell nutzen möchte, sollte die Anlage noch in diesem Jahr installieren. Ab 2027 könnten sich die Bedingungen für kleine Solaranlagen deutlich verschlechtern.
–> Wichtig zu wissen: Die geplante Neuregelung gilt dann nur für neu installierte Photovoltaik-Anlagen ab Inkrafttreten des neuen EEG! Bestandsanlagen sind davon nicht betroffen.
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Update 15.9.2025: Am 15. September 2025 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) den schon lange erwarteten Monitoringbericht zur Energiewende veröffentlicht. Demnach wird der Stromverbrauch in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich langsamer steigen als ursprünglich angenommen. Begleitend zum Monitoringbericht hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Strategiepapier mit zehn Schlüsselmaßnahmen vorgestellt. Eine davon: Der Wegfall der festen Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen.
„Klimaneutral werden – wettbewerbsfähig bleiben“ ist der Titel des Strategiepapiers von Katherina Reiche. Es enthält 10 Maßnahmen für die Energiewende und künftige Stromversorgung. Privaten Eigentümern dürfte der Plan der Ministerin nicht gefallen, denn gleich unter Punkt 2 „Erneuerbare Energie markt- und systemdienlich fördern“ heißt es:
„Das künftige Förderregime für erneuerbare Energien erfolgt system- und marktorientiert. Das bedeutet: die konsequente Abschaffung der fixen Einspeisevergütung sowie die vollständige Beendigung der Vergütung bei negativen Preisen. Stattdessen werden, wie dies für das zukünftige Förderregime auch europarechtlich erforderlich ist, differenzierte Finanzierungsmodelle – etwa zweiseitige Contracts for Difference (CfDs) und Clawback-Mechanismen – entwickelt und umgesetzt. Langfristige Stromliefer- und Strombezugsverträge (PPAs) mindern die Risiken für Investoren. Außerdem soll eine Verpflichtung zur Direktvermarktung für Neuanlagen eingeführt werden.“
Der Monitoringbericht sieht Deutschland eigentlich auf einem guten Weg bei der Energiewende. Die Streichung der Förderung für neue Solardächer könnte den Ausbau der Solarenergie jetzt aber deutlich bremsen. Ein Wegfall der EEG-Förderung würde nach Aussage des Bundesverbandes Solarwirtschaft für Eigentümer deutlich längere Amortisationszeiten und höhere Kosten bei der Anlagenfinanzierung bedeuten. Wann genau die Förderung wegfallen und das EEG angepasst werden soll, ist bisher nicht bekannt.
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Ursprüngliche News vom 11.08.2025
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche stellt ein Erfolgsmodell in Frage: Dank der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen konnten sich viele private Eigentümer ein Stück Freiheit bei der Energieversorgung sichern und dazu beitragen, dass der Strom in Deutschland in den vergangenen Jahren immer klimafreundlicher geworden ist. Jetzt plant die Ministerin unter anderem, die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen zu streichen.
Photovoltaik-Anlagen haben einen großen Anteil daran, dass Deutschland heute weniger abhängig ist von fossilen Energien und anderen Ländern. Sie haben vielen ein Stück Unabhängigkeit und Freiheit gebracht: privaten Eigentümern von den Energieversorgern, Deutschland von den Rohstofflieferungen anderer Länder. Die neuesten Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche könnten diese Erfolgsgeschichte unterbrechen. Darüber berichtete die Augsburger Allgemeine am 10. August 2025 nach einem Interview mit der Ministerin. Demnach sind diese Maßnahmen geplant:
- Wegfall der Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen (bereits installierte PV-Anlagen haben Bestandsschutz)
- Entfallen soll auch die Einspeisevergütung, die Betreibern gezahlt wird, wenn ihre Anlagen aus Schutz vor Netzüberlastung abgeriegelt werden.
- Windräder an Land und Solaranlagen sollen sich in Zukunft stärker an den Kosten des Netzausbaus beteiligen.
- Solaranlagen sollen ihren Strom künftig intelligent einspeisen müssen. Die PV-Anlagen müssen dafür mit Stromspeichern verbunden und steuerbar sein, am Markt teilnehmen und ihren Strom vermarkten.
- Neue Solaranlagen sollen nur dort erlaubt sein, wo das Netz stark genug dafür ist.
Mit diesen Neuregelungen könnte der Ausbau kleiner Photovoltaik-Anlagen auf Eigenheimen und damit der dezentrale Ausbau von erneuerbaren Energien, von dem auch Privatleute profitieren, zum Erliegen kommen. Schon nach Inkrafttreten des Solarspitzengesetzes hatte das Interesse privater Eigentümer:innen merklich abgenommen.
Photovoltaik 2025 – was lohnt sich noch?
Aktuell gelten noch die bekannten Rahmenbedingungen für Photovoltaik-Anlagen auf dem Eigenheim. Damit lohnt sich die Installation einer Solaranlage auch 2025 für viele Haushalte, ganz besonders zusammen mit einer Wärmepumpe oder wenn ein E-Auto vorhanden ist.
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Quelle: energie-fachberater.de / BMWE / BSW Solar

