Die Leipziger Stadtwerke und Ritter XL Solar haben die Inbetriebnahme der bundesweit größten Solarthermie-Anlage gestartet. Nach Baubeginn im Januar 2024 wird die Anlage im Sommer in den Dauerbetrieb gehen und das lokale Fernwärmenetz mit klimafreundlicher Wärme versorgen. Dabei kommen hochmoderne Technik und eine besonders naturnahe Bewirtschaftung der Fläche zum Einsatz.
Die Anlage trägt maßgeblich zur Versorgungssicherheit und Klimafreundlichkeit in Leipzig bei. Sebastian Scheel, sächsischer Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, betont, dass Leipzig mit diesem Projekt überregional wichtige Zeichen setzt. Leipzigs Klimabürgermeister Heiko Rosenthal hebt hervor, dass die „Solarthermie Leipzig West“ erneuerbare Energien und Artenschutz verbindet, um die Klimaschutzziele der Stadt zu erreichen.
Leipziger Stadtwerke
Wichtiger Baustein für die Wärmewende
Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, unterstreicht die Bedeutung der Anlage für die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Fernwärmesystem. Im Sommer deckt die Anlage täglich bis zu 20 % des Leipziger Wärmebedarfs, im Jahresdurchschnitt sind es rund 2 %. Die Leipziger Stadtwerke investieren 40 Mio. Euro in das Projekt, wovon rund 16 Mio. Euro gefördert werden. Dr. Maik Piehler, ebenfalls Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, bezeichnet die Anlage als einen weiteren Baustein für Leipzigs Wärmewende, der den Energiemix ergänzt.
Moritz Ritter, Beiratsvorsitzender von Ritter Solartechnik und Präsident für Solarthermie im Bundesverband Solarwirtschaft, hebt die Dimension des Projekts hervor: Es handelt sich um die viertgrößte Solarthermie-Anlage weltweit, die in ein Wärmenetz einspeist, und die größte Deutschlands.
Intelligente Technik und naturnahe Bewirtschaftung
Matthias Johler, Geschäftsführer von Ritter Solartechnik, erläutert die Effizienz der eingesetzten Technik. Ein intelligenter Algorithmus steuert die Anlage und misst die Sonneneinstrahlung im Kollektorfeld. Entsprechend wird die Fließgeschwindigkeit des Wassers angepasst, das in den Kollektoren auf bis zu 110 °C erhitzt wird. Die verwendeten Vakuum-Kollektoren funktionieren nach dem Prinzip einer Thermoskanne, wodurch sie innen heiß und außen kalt bleiben.
Der Standort im westlichsten Stadtteil Leipzigs bietet ideale Bedingungen: eine gute Flächenausrichtung, die unmittelbare Nähe zu Fernwärmeleitungen und zu bestehenden Standorten wie dem BHKW Leipzig-West.
Nach der Bauzeit wird die Natur den Raum unter den Kollektoren zurückerobern. Der Großteil des Areals bleibt unversiegelt und wird als Blühwiese, mit Obstbäumen und Mischhecken gestaltet. Eine Schafherde soll die Vegetation pflegen. Johler betont, dass so ein Habitat für Kaninchen, Hasen, Igel, Insekten und Vögel entsteht und somit erneuerbare Energie und Naturraum miteinander verbunden werden. ■
Quelle: Ritter XL Solar / fl

