Die Alois Müller Gruppe mit Hauptsitz in Ungerhausen, ein Anbieter für Energie- und Gebäudetechnik, weitet ihr Engagement erstmals in der über 50-jährigen Geschichte auf internationale Märkte aus.
Aalborg / Alois Müller
Das Familienunternehmen übernimmt den Geschäftsbereich für Niedertemperatur-Energielösungen des dänischen Unternehmens Aalborg CSP. Dazu wurde das Unternehmen Aalborg hc systems in Aalborg, Dänemark, gegründet.
Andreas Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Alois Müller Gruppe, bezeichnet die Übernahme als einen der strategisch bedeutendsten Schritte in der Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen sichert sich dadurch einen Know-how-Vorsprung bei der Planung und Umsetzung regenerativer Energielösungen.
Angesichts des hohen Anteils fossiler Brennstoffe in der Wärmeversorgung in Deutschland sieht Müller ein erhebliches Potenzial für grüne Lösungen im Rahmen der Wärmewende, die nach seiner Einschätzung die nächsten 20 bis 30 Jahre prägen wird. Er wird gemeinsam mit Jes Donneborg, einem der ehemaligen Vice Presidents von Aalborg CSP, Geschäftsführer der neuen Aalborg Heating & Cooling Systems ApS.
Erfahrung bei Wärmeprojekten und Speicherlösungen
Donneborg und sein 20-köpfiges Team aus dem Niedertemperaturbereich haben in Europa mehr als 25 Großprojekte umgesetzt. Dazu gehören industrielle Fernwärmenetze, bei denen verschiedene Technologien zur Wärmeerzeugung eingesetzt wurden, darunter Geothermie-Wärmepumpen, Solarthermie und Biogas-Wärmepumpen sowie Kombinationen dieser Systeme.
Ein weiterer Schwerpunkt im Portfolio von Aalborg hc systems sind Erdbeckenwärmespeicher zur saisonalen Wärmespeicherung. Die Technologie für die diffusionsoffene Abdeckung dieser Speicher hat Aalborg von der ehemaligen Arcon Sunmark erworben und patentrechtlich gesichert. Ein Beispiel für ein solches Speichersystem ist ein 15.000 m3 großer Speicher in Langkazi, Süd-Tibet. Dieser speichert im Sommer überschüssige solare Wärme aus einer Solarthermieanlage und speist sie im Winter in das Fernwärmenetz ein. Dadurch können 90 % des gesamten Wärmebedarfs der Stadt Langkazi regenerativ gedeckt werden.
Marktpotenzial in Deutschland und Skandinavien
Donneborg sieht in der Alois Müller Gruppe einen Partner, der die Expertise des dänischen Teams im Bereich Green Energy ergänzt. Die Partnerschaft soll die Übertragung des dänischen Know-hows auf andere Märkte ermöglichen und durch die Kompetenz der Alois Müller Gruppe im Anlagenbau die Qualität verbessern.
Mit der Marke Aalborg hc systems wollen Donneborg und Müller ein breites Dienstleistungsspektrum anbieten. Dieses reicht von der ganzheitlichen Beratung und Entwicklung von Wärmekonzepten, wie technologieoffenen Fernwärmenetzen, bis zum kompletten Projektmanagement mit schlüsselfertiger Inbetriebnahme. Müller sieht durch das Know-how des dänischen Teams die Möglichkeit, Marktanteile in Deutschland zu sichern. Zudem erwartet er ein Marktpotenzial für Aufträge in Dänemark, Schweden und Norwegen. Die dortigen hohen Lohnkosten könnten Alois Müller als Anlagenbauer wettbewerbsfähig machen. Zusätzliche Aufträge sollen die Auslastung der Fertigungsstandorte in Reichenau (Sachsen) und Ungerhausen sicherstellen. Auch für mobile Energiezentralen in Skandinavien wird Vermarktungspotenzial gesehen. ■
Quelle: Alois Müller / fl

