{"id":26125,"date":"2025-06-16T11:24:39","date_gmt":"2025-06-16T10:24:39","guid":{"rendered":"https:\/\/verdaenergy.de\/rechenzentren-als-waermequelle-im-urbanen-raum-einsetzen\/"},"modified":"2025-06-16T11:24:39","modified_gmt":"2025-06-16T10:24:39","slug":"rechenzentren-als-waermequelle-im-urbanen-raum-einsetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verdaenergy.de\/en\/rechenzentren-als-waermequelle-im-urbanen-raum-einsetzen\/","title":{"rendered":"Rechenzentren als W\u00e4rme\u00adquelle im urbanen Raum einsetzen"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1fllf325h0\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Die kontinuierlich anfallende Abw\u00e4rme von Rechenzentren ist eine Niedertemperaturquelle. Um sie \u00f6konomisch und \u00f6kologisch sinnvoll f\u00fcr Heizzwecke einzusetzen, sind kurze Transportwege zu den Verbrauchern unerl\u00e4sslich.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/06\/455919.jpeg?itok=5RyirHxU\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">Gasag Solution Plus<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Die kontinuierlich anfallende Abw\u00e4rme von Rechenzentren ist eine Niedertemperaturquelle. Um sie \u00f6konomisch und \u00f6kologisch sinnvoll f\u00fcr Heizzwecke einzusetzen, sind kurze Transportwege zu den Verbrauchern unerl\u00e4sslich.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1dghkct6c0\"><b>Die Abw\u00e4rme von Rechenzentren l\u00e4sst sich nach\u00adhaltig auf Quartiers\u00adebene nutzen. Zwei Projekte in Berlin zeigen, wie dies in der Praxis aus\u00adsehen kann.<\/b><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh30hd0\"><a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/infrastruktur\">Rechenzentren<\/a> sind unverzichtbare Infrastrukturen f\u00fcr unsere digitalisierte Gesellschaft. Sie erm\u00f6glichen Kommunikation, Datenspeicherung, Cloud-Dienste, industrielle Automatisierung und viele weitere zentrale Anwendungen. Dabei bleibt ein physikalischer Nebeneffekt bislang h\u00e4ufig ungenutzt: die kontinuierlich anfallende Abw\u00e4rme.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31rv0\">Diese entsteht durch die K\u00fchlung der IT-Systeme, hat allerdings meist ein vergleichsweise niedriges Temperaturniveau. Lange Zeit galt sie daher als energetisch schwer verwertbar \u2013 eine Belastung, die durch energieintensive K\u00fchlsysteme kompensiert werden musste.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31s70\">Mit dem im Jahr 2023 in Kraft getretenen Energieeffizienzgesetz (EnEfG) \u00e4ndert sich der Blick auf diese W\u00e4rmequelle grundlegend. Das Gesetz verpflichtet Betreiber gro\u00dfer Rechenzentren, unvermeidbare <a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/heizungstechnik\">Abw\u00e4rme<\/a> Dritten zur Verf\u00fcgung zu stellen, sofern eine Nutzung technisch und wirtschaftlich m\u00f6glich ist. Gleichzeitig forciert die <a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/kommunen-und-quartier\">kommunale W\u00e4rmeplanung<\/a> die systematische Erschlie\u00dfung neuer Potenziale.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31sm0\">Vor diesem Hintergrund wird die Serverabw\u00e4rme zur Chance \u2013 nicht nur f\u00fcr die Betreiber, die ihre Kosten f\u00fcr die K\u00fchlung reduzieren oder gesetzliche Vorgaben erf\u00fcllen k\u00f6nnen, sondern auch f\u00fcr St\u00e4dte und Quartiersentwickler, die auf der Suche nach regenerativen W\u00e4rmequellen sind.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh4r0g0\">Urbane Synergien: Warum St\u00e4dte besonders geeignet sind<\/h2>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1itkhprb00\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"F\u00fcr das Pallasseum wird die Abw\u00e4rme eines benachbarten Rechenzentrums der Deutschen Telekom genutzt. Eine gro\u00dfe W\u00e4rmepumpe wurde direkt auf dem Dach des Rechenzentrums installiert und hebt die Wassertemperatur auf 70 bis 75\u202f\u00b0C.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/06\/455918.jpeg?itok=BlpKQz-4\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">Gasag Solution Plus<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">F\u00fcr das Pallasseum wird die Abw\u00e4rme eines benachbarten Rechenzentrums der Deutschen Telekom genutzt. Eine gro\u00dfe W\u00e4rmepumpe wurde direkt auf dem Dach des Rechenzentrums installiert und hebt die Wassertemperatur auf 70 bis 75\u202f\u00b0C.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31t80\">Die Abw\u00e4rme von Servern ist eine Niedertemperaturquelle. Um sie \u00f6konomisch und \u00f6kologisch sinnvoll f\u00fcr Heizzwecke einzusetzen, sind kurze Transportwege zu den Verbrauchern unerl\u00e4sslich. Andernfalls k\u00f6nnen Energieverluste und der zus\u00e4tzliche Aufwand zur Temperaturanhebung die Vorteile schnell zunichtemachen.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31th0\">Urbane R\u00e4ume bieten daf\u00fcr ideale Voraussetzungen: eine hohe Dichte an potenziellen Abnehmern \u2013 darunter Wohnquartiere, \u00f6ffentliche Einrichtungen, Gewerbeeinheiten \u2013 erlaubt kurze Leitungswege und kontinuierliche Abnahme. Laut Angaben des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWE) entfallen etwa 55\u202fProzent des Endenergieverbrauchs in Deutschland auf den W\u00e4rmesektor, ein erheblicher Teil davon im urbanen Raum.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31tr0\">Die kommunale W\u00e4rmeplanung, wie sie \u00a7\u202f3\u202fEnEfG vorschreibt, fordert daher ausdr\u00fccklich die Erhebung und Nutzung lokaler Abw\u00e4rmepotenziale. Vorhandene Fern- und Nahw\u00e4rmenetze k\u00f6nnen in diesem Zusammenhang wirtschaftlich erweitert oder durch neue, dezentrale Strukturen erg\u00e4nzt werden.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31u30\">Gerade in dicht bebauten Stadtgebieten lassen sich zudem mehrere Funktionen b\u00fcndeln: Quartiersentwicklung, Netzinfrastruktur und Energieversorgung k\u00f6nnen von Anfang an integriert geplant werden. Die Kombination dieser Faktoren \u2013 hohe W\u00e4rmedichte, kurze Wege, bestehende Infrastruktur \u2013 macht St\u00e4dte zum bevorzugten Einsatzgebiet f\u00fcr die Nutzung von Rechenzentrumsabw\u00e4rme.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31ub0\">Dass dies nicht nur theoretisch sinnvoll, sondern auch praktisch umsetzbar ist, zeigen realisierte Projekte wie das Pallasseum in Berlin-Sch\u00f6neberg und das Neubauquartier \u201eDas Neue Gartenfeld\u201c in Berlin-Spandau.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh4f5o0\">Abw\u00e4rmenutzung im Bestand \u2013 das Pallasseum in Berlin-Sch\u00f6neberg<\/h2>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1itkhqhg60\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Die denkmalgesch\u00fctzte Wohnanlage Pallasseum aus den 1970er-Jahren weist einen \u00fcberdurchschnittlich hohen W\u00e4rmeverbrauch auf. Sie wurde \u00fcber eine 140\u202fMeter lange Nahw\u00e4rmetrasse an das Rechenzentrum angebunden.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/06\/455917.jpeg?itok=5kqZ5FUJ\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">Aurelio Schrey<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Die denkmalgesch\u00fctzte Wohnanlage Pallasseum aus den 1970er-Jahren weist einen \u00fcberdurchschnittlich hohen W\u00e4rmeverbrauch auf. Sie wurde \u00fcber eine 140\u202fMeter lange Nahw\u00e4rmetrasse an das Rechenzentrum angebunden.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31ur0\">Das Pallasseum z\u00e4hlt zu den bekanntesten Wohnanlagen Berlins. Der in den 1970er-Jahren errichtete Geb\u00e4udekomplex steht heute unter Denkmalschutz und umfasst rund 500 Wohnungen mit etwa 36.000\u202fQuadratmeter Wohnfl\u00e4che. Die kommunale Eigent\u00fcmerin ist die Gewobag. Aufgrund seiner Bauweise weist das Geb\u00e4ude einen \u00fcberdurchschnittlich hohen W\u00e4rmeverbrauch auf. Zugleich schr\u00e4nken denkmalrechtliche Vorgaben bauliche Ma\u00dfnahmen zur energetischen Sanierung deutlich ein.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31v40\">In Kooperation mit Gasag Solution Plus und der Deutschen Telekom als Betreiber des benachbarten Rechenzentrums entstand ein Versorgungskonzept zur Nutzung der Abw\u00e4rme aus dem Serverbetrieb f\u00fcr die W\u00e4rmeversorgung des Pallasseums. Ab Oktober 2025 sollen auf diese Weise rund 65\u202fProzent des j\u00e4hrlichen W\u00e4rmebedarfs \u2013 rund 7.030\u202fMegawattstunden \u2013 gedeckt werden.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31vd0\">Kernst\u00fcck des Konzepts ist eine 140\u202fMeter lange Nahw\u00e4rmetrasse, die das Rechenzentrum mit dem Pallasseum verbindet. Die dort anfallende Abw\u00e4rme liegt bei unter 30\u202fGrad Celsius und wird \u00fcber einen W\u00e4rmetauscher ausgekoppelt. Eine gro\u00dfe Wasser\/Wasser-W\u00e4rmepumpe hebt die Temperatur anschlie\u00dfend auf 70 bis 75\u202fGrad Celsius an. Die W\u00e4rmepumpe ist auf dem Dach des Rechenzentrums installiert und wird mit Netzstrom betrieben. Zur Absicherung der Versorgung in Spitzenlastzeiten sowie bei tempor\u00e4ren Ausf\u00e4llen kommt ein erg\u00e4nzender Erdgaskessel zum Einsatz.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh31vl0\">Im Fall des Pallasseums wurde die Abw\u00e4rmenutzung partnerschaftlich realisiert \u2013 mit Unterst\u00fctzung der \u00f6ffentlichen Hand. Finanziert wird das Projekt durch die Europ\u00e4ische Union und das BMWE. Es zeigt, dass die Dekarbonisierung von Geb\u00e4udebest\u00e4nden selbst unter herausfordernden Rahmenbedingungen m\u00f6glich ist, wenn geeignete Technologien, f\u00f6rderpolitische Instrumente und kooperative Akteure zusammenkommen.<\/p>\n<div class=\"aurora-container\" doc-container=\"main\" data-doc-label=\"Container\" data-component-id=\"doc-1itkh6fep0\" style=\"background-color: rgba(241, 234, 223, 0.6);\">\n<h4 class=\"aurora-text aurora-crosshead-h4\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh9akl0\">EnEfG &#8211; Andienungspflicht f\u00fcr Rechenzentren<\/h4>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh905u0\">Das im November 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz (EnEfG) bildet die gesetzliche Grundlage f\u00fcr eine effizientere Energienutzung in Deutschland. F\u00fcr Rechenzentren sieht \u00a7\u202f17 EnEfG eine sogenannte Andienungspflicht vor: Betreiber von Rechenzentren mit einer elektrischen Anschlussleistung ab einem Megawatt m\u00fcssen unvermeidbare Abw\u00e4rme Dritten zur Nutzung anbieten \u2013 sofern dies technisch m\u00f6glich und wirtschaftlich zumutbar ist.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh906b0\">Ab 2025 gelten au\u00dferdem Effizienzanforderungen f\u00fcr Neubauten, unter anderem in Bezug auf PUE-Werte (Power Usage Effectiveness). Ab dem Jahr 2028 m\u00fcssen neue Rechenzentren verpflichtend eigene Abw\u00e4rmekonzepte umsetzen und die W\u00e4rme vollst\u00e4ndig nutzen, sofern keine begr\u00fcndeten Ausnahmen vorliegen.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh906j0\">Die Umsetzung erfolgt im Zusammenspiel mit der kommunalen W\u00e4rmeplanung, die laut Geb\u00e4udeenergiegesetz (GEG) bis sp\u00e4testens Mitte 2028 in allen Kommunen vorliegen muss. Ziel ist die schrittweise Dekarbonisierung der W\u00e4rmeversorgung durch eine bessere Ausnutzung vorhandener Potenziale \u2013 insbesondere im urbanen Raum.<\/p>\n<\/div>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh429r0\">Abw\u00e4rmenutzung im Neubau \u2013 das Quartier \u201eDas Neue Gartenfeld\u201c in Berlin-Spandau<\/h2>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1itkhr3sf0\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Auf einer rund 31 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che entsteht mit dem Projekt \u201eDas Neue Gartenfeld\u201c im Westen Berlins Wohn- und Gewerberaum f\u00fcr mehr als 10.000 Menschen.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/06\/455916.jpeg?itok=Qy9WGbs6\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">Buwog<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Auf einer rund 31 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che entsteht mit dem Projekt \u201eDas Neue Gartenfeld\u201c im Westen Berlins Wohn- und Gewerberaum f\u00fcr mehr als 10.000 Menschen.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh32030\">Das Projekt \u201eDas Neue Gartenfeld\u201c zeigt, wie sich Serverabw\u00e4rme als tragende S\u00e4ule eines neu entstehenden Stadtquartiers einbinden l\u00e4sst. Auf einer rund 31 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che entsteht im Westen Berlins Wohn- und Gewerberaum f\u00fcr mehr als 10.000 Menschen. Das Projekt wird von der Planungsgemeinschaft Das Neue Gartenfeld \u2013 bestehend aus mehreren Bauherren, darunter die Gewobag \u2013 gemeinsam mit der Quartierswerk Gartenfeld GmbH, einem Joint Venture von Engie Deutschland und Gasag Solution Plus, entwickelt.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh320c0\">Kern des W\u00e4rmekonzepts ist die Nutzung von Abw\u00e4rme aus dem Rechenzentrum \u201eBerlin 1\u201c des Betreibers NTT Data. Bis zu acht Megawatt Niedertemperatur-Abw\u00e4rme (zwischen 20\u202fund 30\u202fGrad Celsius) werden \u00fcber W\u00e4rmetauscher ausgekoppelt und zur Energiezentrale des Quartiers transportiert, die 2026 gebaut werden soll. Dort \u00fcbernehmen dann vier K\u00e4ltemaschinen und W\u00e4rmepumpen mit einer kombinierten W\u00e4rmeleistung von zehn Megawatt die Temperaturanhebung auf 65\u202fGrad Celsius, was die Nutzung f\u00fcr die Raumheizung und Trinkwarmwasserbereitung erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh320k0\">Zur Abdeckung von Spitzenlasten \u2013 insbesondere in der Heizperiode \u2013 ist ein Power-to-Heat-Kessel mit einer Leistung von 3,6\u202fMegawatt vorgesehen. Zus\u00e4tzlich wurde ein 300.000-Liter-Warmwasserspeicher installiert, der Flexibilit\u00e4t im Betrieb gew\u00e4hrleistet und die Effizienz der Anlagen erh\u00f6ht. Die erzeugte W\u00e4rme wird \u00fcber ein etwa 4,6\u202fKilometer langes Nahw\u00e4rmenetz an die Geb\u00e4ude des Quartiers verteilt.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh3ovr0\">Einsparung von 6.000 Tonnen CO<sub>2<\/sub> pro Jahr<\/h2>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1itkhs01f0\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Beim Projekt \u201eDas Neue Gartenfeld\u201c sollen aus dem Rechenzentrum \u201eBerlin 1\u201c bis zu 8 MW Niedertemperatur-Abw\u00e4rme ausgekoppelt, in der Energiezentrale mit W\u00e4rmepumpen auf eine Temperatur von 65\u202f\u00b0C gebracht und dann \u00fcber ein etwa 4,6\u202fkm langes Nahw\u00e4rmenetz verteilt werden.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/06\/455915.jpeg?itok=R_fDey67\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">Gasag Solution Plus<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Beim Projekt \u201eDas Neue Gartenfeld\u201c sollen aus dem Rechenzentrum \u201eBerlin 1\u201c bis zu 8 MW Niedertemperatur-Abw\u00e4rme ausgekoppelt, in der Energiezentrale mit W\u00e4rmepumpen auf eine Temperatur von 65\u202f\u00b0C gebracht und dann \u00fcber ein etwa 4,6\u202fkm langes Nahw\u00e4rmenetz verteilt werden.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh32140\">Die Umsetzung erf\u00fcllt bereits heute die Anforderungen des W\u00e4rmeplanungsgesetzes f\u00fcr 2040 und wird durch Bundesmittel im Rahmen der F\u00f6rderung f\u00fcr effiziente W\u00e4rmenetze (BEW) unterst\u00fctzt. Dar\u00fcber hinaus ist vorgesehen, die Energiezentrale mit einer Photovoltaikanlage auszustatten, um die W\u00e4rmepumpen mit Strom aus erneuerbaren Quellen zu versorgen.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh321b0\">Mit j\u00e4hrlich rund 6.000\u202fTonnen CO\u2082-Einsparung im Vergleich zu einem gasbasierten Konzept zeigt das Projekt, wie die konsequente Nutzung von Rechenzentrumsabw\u00e4rme zur Erreichung stadtweiter Klimaziele beitragen kann.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh321j0\">Besonders bemerkenswert: Die W\u00e4rmelieferung erfolgt aus einem bestehenden Rechenzentrum \u2013 ein Beleg daf\u00fcr, dass auch vorhandene IT-Infrastrukturen sinnvoll in nachhaltige Versorgungssysteme eingebunden werden k\u00f6nnen, wenn technische und planerische Voraussetzungen fr\u00fchzeitig koordiniert werden.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh3dc90\">Fazit: Effiziente Technik und kurze Wege<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh322c0\">Die beiden Berliner Projekte zeigen, wie Abw\u00e4rme aus Rechenzentren \u2013 bislang meist ungenutzt \u2013 zu einem funktionalen Bestandteil st\u00e4dtischer W\u00e4rmeinfrastrukturen werden kann. Im Pallasseum wird unter schwierigen Rahmenbedingungen im Bestand eine CO<sub>2<\/sub>-arme Versorgung erm\u00f6glicht, w\u00e4hrend \u201eDas Neue Gartenfeld\u201c die Potenziale von Serverabw\u00e4rme im Neubau voll aussch\u00f6pft. Beide Konzepte belegen, dass auch Niedertemperaturabw\u00e4rme wirtschaftlich nutzbar ist, wenn effiziente Technik und kurze Wege zusammentreffen.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh322v0\">Mit dem Energieeffizienzgesetz ist der politische Rahmen gesetzt, um solche L\u00f6sungen k\u00fcnftig systematisch zu f\u00f6rdern. Besonders in urbanen R\u00e4umen entstehen durch vorhandene Netze, hohe W\u00e4rmedichten und kurze Distanzen optimale Bedingungen f\u00fcr diese Form der W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung. Gleichzeitig zeigen die Projekte, dass freiwillige Kooperationen \u2013 gest\u00fctzt durch F\u00f6rderprogramme und kommunale Planung \u2013 entscheidend sind, um technische L\u00f6sungen in die Fl\u00e4che zu bringen.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkh32370\">Rechenzentren sind damit nicht nur digitale Infrastruktur, sondern potenzielle Energiequellen f\u00fcr eine klimaneutrale Stadt. Ihre Einbindung in lokale W\u00e4rmesysteme kann ein zentraler Hebel der st\u00e4dtischen Dekarbonisierung sein \u2013 vorausgesetzt, alle Akteure denken fr\u00fchzeitig zusammen: planerisch, technologisch und wirtschaftlich.\u00a0\u25a0<br data-newline=\"\"\/><span style=\"white-space: pre;\"> <\/span>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.gasag-solution.de\/\">Gasag Solution Plus<\/a><\/p>\n<div class=\"aurora-container\" doc-container=\"main\" data-doc-label=\"Container\" data-component-id=\"doc-1itkhb5hf0\" style=\"background-color: rgba(241, 234, 223, 0.6);\">\n<h4 class=\"aurora-text aurora-crosshead-h4\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkhc1nd0\">Gasag Solution Plus<\/h4>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkhbmlj0\">Die Gasag Solution Plus, ein Unternehmen der Gasag-Gruppe, hat sich der gr\u00fcnen W\u00e4rme-, K\u00e4lte- und Energieversorgung verschrieben. Der Energiedienstleister entwickelt f\u00fcr seine Kunden ma\u00dfgeschneiderte Energie- und W\u00e4rmeversorgungsanlagen, um ihnen individuelle und wirtschaftlich sinnvolle Wege in eine fossilfreie Zukunft zu erm\u00f6glichen.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1itkhbmm30\">Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gasag Solution Plus sind Experten bei der Planung und Umsetzung von Energiekonzepten und sorgen f\u00fcr eine verl\u00e4ssliche und termingerechte Fertigstellung mit einem Fokus auf langfristige Versorgungssicherheit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/kommunen-und-quartier\/rechenzentren-als-waermequelle-im-urbanen-raum-einsetzen\">source<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gasag Solution PlusDie kontinuierlich anfallende Abw\u00e4rme von Rechenzentren ist eine Niedertemperaturquelle. 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