{"id":26629,"date":"2025-08-04T06:26:15","date_gmt":"2025-08-04T05:26:15","guid":{"rendered":"https:\/\/verdaenergy.de\/klimafreundliches-heizen-und-wohnen-fuer-alle-ist-bezahlbar\/"},"modified":"2025-08-04T06:26:15","modified_gmt":"2025-08-04T05:26:15","slug":"klimafreundliches-heizen-und-wohnen-fuer-alle-ist-bezahlbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verdaenergy.de\/en\/klimafreundliches-heizen-und-wohnen-fuer-alle-ist-bezahlbar\/","title":{"rendered":"Klimafreundliches Heizen und Wohnen f\u00fcr alle ist bezahlbar"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1dn5d8f210\">Deutschland kann bis 2045 klimaneutral heizen und wohnen \u2013 ohne die sozialen Spannungen auf dem Wohnungsmarkt zu versch\u00e4rfen. Beides gelingt allerdings nur, wenn die Bundesregierung die bisher veranschlagten <a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/foerderung\">F\u00f6rdersummen<\/a> auch weiterhin f\u00fcr die W\u00e4rmewende bereitstellt und gezielter verteilt \u2013 und nicht, wie im Haushaltsentwurf 2026 vorgesehen, K\u00fcrzungen vornimmt. Wie die bisherigen Haushaltsmittel deutlich wirksamer f\u00fcr den Klimaschutz eingesetzt werden k\u00f6nnen, zeigt eine neue Studie von Agora Energiewende. Mithilfe eines agentenbasierten Modells hat die Denkfabrik Investitionsentscheidungen von Hauseigent\u00fcmer:innen unter verschiedenen Rahmenbedingungen simuliert. Das Ergebnis: Ein ausgewogener Mix an Klimaschutzma\u00dfnahmen sorgt daf\u00fcr, dass Hausbesitzerinnen und -besitzer bis 2040 den Gro\u00dfteil der erforderlichen Investitionen in klimaneutrale Heizsysteme und Geb\u00e4udesanierungen t\u00e4tigen. Dadurch k\u00f6nnen bis 2030 zehn Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub> zus\u00e4tzlich eingespart werden und der Sektor wird bis 2045 klimaneutral. Gleichzeitig werden Verbraucherinnen und Verbraucher unabh\u00e4ngig von fossilen Brennstoffen und k\u00f6nnen sich so gegen Preisspr\u00fcnge bei Heiz\u00f6l und Gas absichern. Laut der Studie sind vier Hebel zentral, um eine sozialvertr\u00e4gliche W\u00e4rmewende zu erreichen: Der Ausbau von Strom- und W\u00e4rmeverteilnetzen \u2013 parallel zum schrittweisen Ausstieg aus den Gasverteilnetzen, die gezielte F\u00f6rderung f\u00fcr die Sanierung sehr ineffizienter Geb\u00e4ude und von Hauseigent\u00fcmer:innen mit wenig Kapital, klare Vorgaben f\u00fcr den Heizungstausch und, nicht zuletzt, ein attraktives Strom-Gaspreis-Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3qtd00\"><b>Derzeitige F\u00f6rderstruktur l\u00e4sst Chancen f\u00fcr den Klimaschutz ungenutzt<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3mqdj0\">\u201eDie bisherigen Klimaschutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Geb\u00e4ude senken die Emissionen zu sp\u00e4t und zu wenig\u201c, sagt Julia Bl\u00e4sius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland. Bl\u00e4sius verweist dabei auch auf den Bundesrechnungshof, der j\u00fcngst die Effizienz der \u00fcber den Klima- und Transformationsfonds (KTF) finanzierten Ma\u00dfnahmen in Frage gestellt hat. \u201eUnsere Studie zeigt: Mit einer Umschichtung der F\u00f6rdermittel kann die Bundesregierung deutlich mehr Emissionseinsparungen und sozialen Ausgleich erreichen als bisher.\u201c Die derzeitige F\u00f6rderstruktur lasse Chancen f\u00fcr den Klimaschutz ungenutzt: \u201eF\u00fcr den Erfolg der W\u00e4rmewende ist es entscheidend, dass die Geb\u00e4udef\u00f6rderung gezielter eingesetzt wird. K\u00fcrzungen, wie im Haushaltsentwurf f\u00fcr 2026 vorgesehen, senden allerdings das falsche Signal \u2013 sowohl an Haushalte als auch an Handwerk und Bauwirtschaft.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3r2ia0\"><b>F\u00f6rderung umschichten \u2013 und damit mehr CO<sub>2<\/sub> einsparen<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3mqe60\">Kern einer effizienteren F\u00f6rderkulisse ist laut der Agora-Studie, dass der Staat gezielt die klimaneutrale Modernisierung von sehr ineffizienten Geb\u00e4uden und besonders bed\u00fcrftige Haushalte unterst\u00fctzt. Daf\u00fcr ist eine konsequente Staffelung der F\u00f6rders\u00e4tze f\u00fcr Sanierung und Heizungstausch nach Einkommen erforderlich. Zugleich braucht es einen verbesserten Zugang zu g\u00fcnstigen Krediten oder Leasingprogrammen von klimaneutralen Heizungen f\u00fcr Hausbesitzerinnen und -besitzer mit kleinem Einkommen. Bei den einkommensschw\u00e4chsten Haushalten kann die F\u00f6rderrate nahezu 100 Prozent betragen. Die Mittelvergabe \u00fcber die Bundesf\u00f6rderung Effiziente Geb\u00e4ude (BEG) sollte entsprechend nicht mehr wie bisher auf einen m\u00f6glichst hohen Effizienzstandard, sondern auf m\u00f6glichst gro\u00dfe Effizienzgewinne abzielen. \u201eBei den H\u00e4usern, bei denen am meisten W\u00e4rme verloren geht, l\u00e4sst sich mit den gleichen Mitteln mehr f\u00fcr den Klimaschutz erreichen\u201c, betont Bl\u00e4sius.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3mqed0\">Damit Geb\u00e4udeeigent\u00fcmerinnen und -eigent\u00fcmer ihre H\u00e4user auf klimaneutrale Heizsysteme umstellen k\u00f6nnen, formuliert Agora drei weitere Voraussetzungen:<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3mqem0\">\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ausbau der W\u00e4rme- und Strominfrastruktur durch die verl\u00e4ssliche Umsetzung der kommunalen W\u00e4rmeplanung sowie die schrittweise Stilllegung der Gasverteilnetze<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3mqes0\">\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Erhalt der klaren Erneuerbaren-Vorgaben f\u00fcr den Heizungstausch bei gleichzeitiger Vereinfachung des Geb\u00e4udeenergiegesetzes<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3mqf40\">\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ein attraktives Strom-Gaspreis-Verh\u00e4ltnis. Dies gelingt kurzfristig \u00fcber Entlastungen bei Stromsteuer und Netzentgelten sowie langfristig vor allem \u00fcber den konsequenten Ausbau von Wind- und Solarenergie.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3mqfd0\">Neben einer bedarfsgerechteren Verteilung der F\u00f6rderung betont Agora Energiewende die Notwendigkeit, Sanierungsanreize f\u00fcr Vermietende zu schaffen und Mietende vor \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Kostensteigerungen zu sch\u00fctzen. Das l\u00e4sst sich etwa durch eine zus\u00e4tzliche Option f\u00fcr Vermietende erreichen: Wenn diese den Kaltmietenanstieg begrenzen, bekommen sie im Gegenzug eine h\u00f6here F\u00f6rderung, die sie nicht mehr an Mietende durchleiten m\u00fcssen. Individuelle H\u00e4rtef\u00e4lle kann der Staat zus\u00e4tzlich \u00fcber sozialpolitische Ma\u00dfnahmen abfedern.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3r8dp0\"><b>Private Investitionen hebeln und Haushalte mit kleinem Einkommen st\u00e4rken<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j1h3mqfu0\">\u00a0. <a href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\/publikationen\/soziale-waermewende\">Agora-Studie<\/a>\u00a0simuliert die Investitionsentscheidungen verschiedener Akteure \u2013 von Wohnungsunternehmen bis Hauseigent\u00fcmer:innen \u2013 neben dem oben beschriebenen Politikmix-Szenario noch in drei weiteren Varianten: Ein Szenario schreibt die aktuellen Rahmenbedingungen fort (\u201eWeiter so\u201c-Szenario), ein weiteres setzt vorranging auf die Wirkung von CO<sub>2<\/sub>-Preisen (\u201eMarkt\u201c-Szenario), ein drittes erzielt Emissionsminderungen haupts\u00e4chlich \u00fcber ordnungsrechtliche Vorgaben (\u201eOrdnungsrecht\u201c-Szenario). Die Simulationen zeigen, dass die Klimaneutralit\u00e4t im Geb\u00e4udebereich bis 2045 sowohl bei einem \u201eWeiter so\u201c als auch im Szenario mit hohen CO<sub>2<\/sub>-Preisen verfehlt wird \u2013 denn Hausbesitzer:innen fehlen Anreize f\u00fcr Heizungstausch und Sanierung. Das Szenario mit strengen gesetzlichen Vorgaben erreicht zwar die Klimaziele bis 2045, allerdings zeigt die Agora-Modellierung, dass dies mit hohen Kosten f\u00fcr Eigent\u00fcmerinnen und Eigent\u00fcmer verbunden ist. \u201eEin ausgewogener Politikmix erm\u00f6glicht klimaneutrales Wohnen f\u00fcr alle Haushalte und schafft Planungssicherheit f\u00fcr Heizungshersteller und Handwerk\u201c, sagt Agora-Direktorin Julia Bl\u00e4sius. Die technologischen Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche W\u00e4rmewende seien so gut wie nie zuvor. \u201eDie Bundesregierung sollte alle Hausbesitzenden in die Lage versetzen, ihre Immobilie klimaneutral zu modernisieren.\u201c Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\/\">Agora Energiewende<\/a>\u00a0\/ ab<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/foerderung\/klimafreundliches-heizen-und-wohnen-fuer-alle-ist-bezahlbar\">source<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland kann bis 2045 klimaneutral heizen und wohnen \u2013 ohne die sozialen Spannungen auf dem Wohnungsmarkt zu versch\u00e4rfen. 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