{"id":26889,"date":"2025-08-31T06:14:09","date_gmt":"2025-08-31T05:14:09","guid":{"rendered":"https:\/\/verdaenergy.de\/das-naechste-level-der-seriellen-sanierung\/"},"modified":"2025-08-31T06:14:09","modified_gmt":"2025-08-31T05:14:09","slug":"das-naechste-level-der-seriellen-sanierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verdaenergy.de\/en\/das-naechste-level-der-seriellen-sanierung\/","title":{"rendered":"Das n\u00e4chste Level der seriellen Sanierung"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793eg0\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793f10\">Das erste <a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/denkmal-und-altbau\">seriell sanierte Bestandsgeb\u00e4ude<\/a> in Deutschland, das den Effizienzhausstandard 40 EE erreicht hat und als Passivhaus plus zertifiziert wurde, steht in <a href=\"https:\/\/www.energiesprong.de\/projekte-anbieter\/projekte-in-deutschland\/mehrfamilienhaus-koeln-zollstock\/\">K\u00f6ln-Zollstock<\/a>. Das vom Architekturb\u00fcro teamtektura geplante und von Korona Holzbau ausgef\u00fchrte Mehrfamilienhaus mit seiner pr\u00e4gnanten r\u00f6tlichen Fassade aus Alurauten war Teil der ARTE-Dokumentation \u201eGute Nachrichten vom Planeten\u201c und hat den Heinze Architektur-Award gewonnen. Auftraggeber war die K\u00f6lner Wohnungsgenossenschaft am Vorgebirgspark (WGaV) eG., deren Pilotprojekt noch vor dem eigentlichen Baustart von der Landesregierung als KlimaQuartier NRW ausgezeichnet worden war. Nicht nur der hohe energetische Standard und das energetische Konzept mit Photovoltaikanlage, W\u00e4rmepumpen und Mieterstrommodell hatten die Jury beeindruckt \u2013 auch der Fokus auf \u00f6kologische Baustoffe und die kreislaufgerechte Planung fielen anerkennend ins Gewicht. Die in Holzrahmenbauweise vorgefertigten Fassadenelemente sind mit Zellulose ged\u00e4mmt und so konstruiert, dass sie sich am Ende des Lebenszyklus sauber trennen lassen.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u7rtoi0\"><b>Seriell ist wirtschaftlicher als konventionell<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793f80\">Um die \u00f6kologisch, \u00f6konomisch und technisch beste L\u00f6sung f\u00fcr das aus drei Mehrfamilienh\u00e4usern bestehende Geb\u00e4udeensemble mit 30 Mietparteien zu finden, wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie verschiedene Optionen durchgespielt. Im Vergleich zu einer konventionellen energetischen Modernisierung erwies sich die serielle Sanierung als wirtschaftlich attraktivere L\u00f6sung: Hier sind bis zu 40 Prozent der Kosten \u00fcber die KfW f\u00f6rderf\u00e4hig. Demgegen\u00fcber steht eine 25-prozentige KfW-F\u00f6rderung f\u00fcr die konventionelle Alternative. Im Variantenvergleich baulicher und technischer Detaill\u00f6sungen zeigte sich, dass der Erhalt des alten Sparklinkers rund 100.000 Euro kosteng\u00fcnstiger ist. Ebenfalls erhalten bleiben die Bestandsloggien, die in die thermische H\u00fclle integriert und um Falt-Schiebefenster erg\u00e4nzt wurden. An Ort und Stelle verblieben auch die Heizk\u00f6rper und das vorhandene, wartungsarme L\u00fcftungskonzept im Treppenhaus. Zu dessen Optimierung wurden moderne L\u00fcftungsger\u00e4te mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung auf jeder Etage installiert, die den Heizenergieverbrauch um bis zu 61 Prozent reduzieren.<\/p>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1j3u7h2tv0\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"The Flag in K\u00f6ln-Nippes ist ein wegweisendes Beispiel daf\u00fcr, wie Bestandsgeb\u00e4ude mit klugen Konzepten transformiert werden k\u00f6nnen.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/08\/474980.jpeg?itok=lP2gabnJ\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">Claudius Pflug, Berlin<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">The Flag in K\u00f6ln-Nippes ist ein wegweisendes Beispiel daf\u00fcr, wie Bestandsgeb\u00e4ude mit klugen Konzepten transformiert werden k\u00f6nnen.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793fb0\">Anstatt die Fassadenelemente aus kleinteiligen Aluminiumrauten auf der Baustelle zeitintensiv zusammenzupuzzeln, wurden die Fassadenelemente komplett im Werk von Korona Holzbau vorgefertigt. Zudem beschleunigte und vereinfachte die vertikale Positionierung der Montageh\u00f6lzer die Montage. Die serielle Sanierung war binnen f\u00fcnf Monaten abgeschlossen.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u7s5pa0\"><b>K\u00f6ln-Nippes: Umnutzung entspannt den Wohnungsmarkt<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793fh0\">In Deutschland fehlen rund 800.000 Wohnungen, andererseits sind derzeit 7,6 Millionen Quadratmeter B\u00fcrofl\u00e4chen ungenutzt. Wie man den Mangel und das \u00dcberangebot ins Gleichgewicht bringen kann, zeigen The Flag, Florack, Plansite und Br\u00fcninghoff in <a href=\"https:\/\/www.energiesprong.de\/projekte-anbieter\/projekte-in-deutschland\/studentenappartments-koeln-nippes\/\">K\u00f6ln-Nippes<\/a>. In der Neusser Stra\u00dfe 159 verwandelt sich ein ehemaliges Verwaltungsgeb\u00e4ude der General-Zolldirektion mithilfe serieller Sanierung und Aufstockung in 137 Apartments f\u00fcr Studierende und Young Professionals. Aus den jahrelang leerstehenden B\u00fcrofl\u00e4chen entsteht auf diese Weise dringend ben\u00f6tigter Wohnraum in bester Innenstadtlage.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793fk0\">Studierende trifft der der Mangel an bezahlbarem Wohnraum besonders hart: Nur 10 Prozent der 2,9 Millionen Studentinnen und Studenten finden einen Platz in einem Studentenwohnheim. Der Rest muss versuchen, am freien Markt eine kleine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu finden. Doch die sind rar und werden immer teurer. Mietpreise von bis zu 30 Euro pro Quadratmeter sind in Universit\u00e4tsst\u00e4dten keine Seltenheit. Vor diesem Hintergrund sorgen die 137 in K\u00f6ln-Nippes entstehenden Studenten-Apartments sp\u00fcrbar f\u00fcr Entlastung auf dem angespannten K\u00f6lner Wohnungsmarkt.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793fn0\">Dazu wird der in den 80er-Jahren errichtete Stahlbetonskelettbau kernsaniert und die Tragkonstruktion f\u00fcr die geplante Umnutzung verst\u00e4rkt. Die Weiternutzung der Tragstruktur spart CO2 und Ressourcen. Die serielle Sanierung mit vorgefertigten Fassadenelementen spart au\u00dferdem Zeit. Die Holzrahmenbauelemente werden inklusive Fenster, D\u00e4mmung und Fassadenbekleidung vorproduziert und \u201ejust in time\u201c zur Baustelle geliefert. Ein durchdachtes Montagekonzept mit Unterst\u00fctzung eines Krans sowie einer speziellen Traverse zur millimetergenauen Positionierung der Bauteile erm\u00f6glichen auch in dicht bebauten Innenstadtlagen einen effizienten Bauablauf.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u7sbof0\"><b>Politik f\u00f6rdert Umwandlung von Gewerbe zu Wohnraum<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793fs0\">Laut Wohnungsmarktexperten k\u00f6nnten allein in K\u00f6ln 13.000 Wohnungen durch Umnutzungen geschaffen werden \u2013 bundesweit liegen die Sch\u00e4tzungen bei bis zu zwei Millionen. Bislang wagen sich allerdings nur wenige Investoren an die Transformation von Gewerbefl\u00e4chen. Denn die rechtlichen und baulichen H\u00fcrden sind hoch. So ist die Wohnnutzung in vielen Gewerbe- und Industriegebieten nicht zul\u00e4ssig. Und selbst wenn eine Wohnnutzung erlaubt wird, ist eine Umwandlung in den meisten F\u00e4llen genehmigungspflichtig und erfordert einen Bauantrag. Erschwerend kommt hinzu, dass f\u00fcr Wohnr\u00e4ume deutlich strengere Brandschutz- und Schallschutzauflagen gelten. Zudem gibt es in Bezug auf Grundriss und Ausstattung deutliche Unterschiede, die kostenintensive Umbauten n\u00f6tig machen.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793fv0\">Auch die Politik hat das Potenzial von Umwandlungen erkannt. Mit einer F\u00f6rderung \u00fcber zinsverbilligte Darlehen an Eigent\u00fcmer geeigneter Gewerbeimmobilien und anderer Nichtwohngeb\u00e4ude will die Bundesregierung einen Impuls f\u00fcr eine nachhaltige Umbaukultur setzen. 360 Millionen Euro sind im Bundeshaushalt 2026 f\u00fcr das Programm \u201eGewerbe zu Wohnen\u201c eingeplant.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u7sifi0\"><b>K\u00f6ln-Kalk: Innovationen senken die Kosten<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793g40\">Vonovia z\u00e4hlt zu den Vorreitern der seriellen Sanierung \u2013 f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften deutschen Wohnungskonzern stellt die sogenannte All-in-one-Fassade den gr\u00f6\u00dften Hebel f\u00fcr Kostensenkungen dar. Ziel ist es, neben der D\u00e4mmung sowie den Fenstern und T\u00fcren m\u00f6glichst viel Geb\u00e4udetechnik in die Fassaden zu integrieren. So sollen die Kosten auf deutlich unter 1000 Euro\/m2 Wohnfl\u00e4che gesenkt werden. F\u00fcr Maximilian Burkert, Teamleiter Technisches Engineering bei Vonovia, greift der Kostenvergleich zwischen konventioneller und serieller Sanierung zu kurz: \u201eDie Mehrwerte der seriellen Sanierung wie die erheblich k\u00fcrzere Bauzeit, die Verl\u00e4ngerung des Lebenszyklus und die deutlich h\u00f6here Qualit\u00e4t sind in keinem Investitionsrechner einkalkuliert.\u201c<\/p>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1j3u7l0ir0\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Bei der seriellen Sanierung des Mehrfamilienhauses in K\u00f6ln-Kalk werden die Wohnungen direktelektrisch mit Fensterheizungen beheizt.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/08\/474981.jpeg?itok=p9eq6Z8M\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">energiesprong, Ariane Steffen<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Bei der seriellen Sanierung des Mehrfamilienhauses in K\u00f6ln-Kalk werden die Wohnungen direktelektrisch mit Fensterheizungen beheizt.<\/figcaption><\/figure>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u7ssgv0\"><b>Fensterheizung statt W\u00e4rmepumpe \u2013 eine effiziente L\u00f6sung?<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793g90\">Bei dem Projekt in <a href=\"https:\/\/www.energiesprong.de\/projekte-anbieter\/projekte-in-deutschland\/mehrfamilienhaus-koeln-kalk\/\">K\u00f6ln-Kalk<\/a> wurde die klassische Heizung durch eine Fensterheizung ersetzt. Der dreifache Isolierglasaufbau wird hierzu mit einer nanobeschichteten Metalloxidschicht versehen, die \u00fcber eine Verkabelung in der Fassade mit Strom versorgt wird. Die innere Glasscheibe wird so bis auf 50 \u00b0C erw\u00e4rmt und gibt ihre Strahlungsw\u00e4rme mit einem Wirkungsgrad von 95 Prozent in den Raum ab. Zwei zus\u00e4tzliche Funktionsschichten isolieren die Scheibe und sollen daf\u00fcr sorgen, dass kaum Energie nach au\u00dfen verloren geht. Wie sinnvoll es aus bauphysikalischer, energetischer und \u00f6kologischer Sicht tats\u00e4chlich ist, an der d\u00fcnnsten Stelle der Au\u00dfenhaut eine Stromdirektheizung anzubringen und damit eine vorhandene, herk\u00f6mmliche Heizung zu ersetzen, ist eine andere Frage. Zwar ist eine Fensterheizung deutlich g\u00fcnstiger als eine W\u00e4rmepumpe (die Umlagekosten liegen mit 0,37 Euro pro Quadratmeter rund zwei Drittel unter denen einer W\u00e4rmepumpe mit 1,01 Euro pro Quadratmeter), jedoch r\u00e4chen sich die geringeren Anschaffungskosten dann im Betrieb bei den abzurechnenden Verbrauchskosten \u2013 selbst wenn der Strom \u00fcber eine PV-Anlage auf dem Dach gewonnen wird. Ohne Stromspeicher, der \u00fcber die dunklen Wintermonate hilft, rattert der Stromz\u00e4hler deutlich schneller als bei einem W\u00e4rmepumpenkonzept. Auf den Punkt gebracht: Vonovia spart, der Mieter zahlt. Inwieweit man mit einer Stromdirekt-Fensterheizung dem Ziel einer m\u00f6glichst warmmietenneutralen Sanierung tats\u00e4chlich ein St\u00fcck weit n\u00e4herkommt, ist umstritten.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u7t7pp0\">\u00dcberregulierung versus Technologieoffenheit \u2013 und der Mieterschutz?<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1j3u793gc0\">Aus gutem Grund verhindert das Geb\u00e4udeenergiegesetz bislang (noch) die Installation von Fensterheizungen auf breiter Ebene. In der Sanierung sind direktelektrische Heizsysteme nur f\u00fcr bestehende Systeme wie zum Beispiel Nachtspeicher\u00f6fen zul\u00e4ssig. Investoren beklagen, dass sie aktuell nur in einem Nischensegment verbaut werden d\u00fcrfen, was technisch und wirtschaftlich sinnvollere Alternative verhindere. Der Einbau der deutlich teureren W\u00e4rmepumpenl\u00f6sungen hingegen bedeute in der Konsequenz hohe Umlagen f\u00fcr die Mieterschaft und verhindere sozialvertr\u00e4gliche Sanierungen auf breiter Ebene. Wie sozialvertr\u00e4glich die Energiekosten einer Stromdirekt-Fensterheizung f\u00fcr Mieter sind, ist eine andere Frage. Quelle: <a href=\"https:\/\/www.energiesprong.de\">energiesprong.de<\/a> \/ si<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/denkmal-und-altbau\/das-naechste-level-der-seriellen-sanierung\">source<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Das erste seriell sanierte Bestandsgeb\u00e4ude in Deutschland, das den Effizienzhausstandard 40 EE erreicht hat und als Passivhaus plus zertifiziert wurde, steht in K\u00f6ln-Zollstock. 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