{"id":27690,"date":"2025-11-24T07:14:35","date_gmt":"2025-11-24T06:14:35","guid":{"rendered":"https:\/\/verdaenergy.de\/fgz-studie-beim-klimaschutz-sind-wir-uns-einig-im-prinzip\/"},"modified":"2025-11-24T07:14:35","modified_gmt":"2025-11-24T06:14:35","slug":"fgz-studie-beim-klimaschutz-sind-wir-uns-einig-im-prinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verdaenergy.de\/en\/fgz-studie-beim-klimaschutz-sind-wir-uns-einig-im-prinzip\/","title":{"rendered":"FGZ-Studie: Beim Klimaschutz sind wir uns einig \u2013 im Prinzip"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1e3ottl2h0\">Auch wenn die Debatten der vergangenen Jahre etwas anderes vermuten lassen: Das <a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/klimaschutz\">Klimabewusstsein<\/a> der Deutschen ist offenbar ziemlich ausgepr\u00e4gt. In ihrer gro\u00df angelegten Studie kommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) zu dem Ergebnis, dass sich \u00fcber 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung Sorgen machen \u00fcber negative Folgen des Klimawandels. Eine deutliche Mehrheit w\u00fcnscht sich sogar, dass die Politik beim Klimaschutz aktiver wird.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0bupl0\">Jedenfalls theoretisch. Denn so klar wie die Zahlen auf den ersten Blick erscheinen, sind sie nicht. Auf der einen Seite gibt es einen gro\u00dfen Zusammenhalt, etwa wenn es darum gehe, den Klimawandel als Problem wahrzunehmen. Es gibt aber auch Bev\u00f6lkerungsgruppen, die zugleich gro\u00dfe Sorgen haben, dass die Klimapolitik negative Folgen f\u00fcr sie und auch f\u00fcr die Wirtschaft haben kann.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0buqc0\">Der <a href=\"https:\/\/fgz-risc.de\/publikationen-mediathek\/publikationsformate\/zweiter-zusammenhaltsbericht\">Bericht des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)<\/a>, an dem auch die <a href=\"https:\/\/www.uni-bremen.de\/universitaet\/hochschulkommunikation-und-marketing\/aktuelle-meldungen\/detailansicht\/forschungszentrum-gesellschaftlicher-zusammenhalt-mehrheit-der-deutschen-zu-mehr-klimaschutz-bereit\">Universit\u00e4t Bremen<\/a> beteiligt ist, kommt zu dem Ergebnis, dass 83 Prozent der Befragten sich um die Folgen des Klimawandels sorgen. 71 Prozent sind der Meinung, dass die Politik noch mehr zur Bek\u00e4mpfung des Klimawandels tun m\u00fcsste. Aber: 49 Prozent f\u00fcrchten Jobverluste durch Klimapolitik. 42 Prozent haben Angst um ihren Lebensstandard. \u201eEs geht bei der Transformation weniger um das \u201aOb\u2018 als um das \u201aWie\u2018\u201c, sagt FGZ-Direktor und Mitherausgeber der Studie Olaf Groh-Samberg, Professor f\u00fcr Soziologie an der Universit\u00e4t Bremen. \u201eWir finden in unseren Auswertungen eine Gruppe, die sehr deutlich die Risiken und Gefahren des Klimawandels anerkennt, sich aber zugleich stark um die sozialen Folgen von Klimapolitik sorgt.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam11efo0\"><b>F\u00fcnf Klimatypen<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0buqk0\">Die Forscher identifizieren f\u00fcnf Gruppen: Entschlossene (18 Prozent), Besorgte (18 Prozent), Zustimmende (31 Prozent), Indifferente (25 Prozent) und Ablehnende (acht Prozent).<\/p>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1jam3r69e0\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Forscher haben im Zusammenhaltsbericht f\u00fcnf Klimatypen identifiziert, die dem Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz entschlossen bis ablehnend gegen\u00fcbertreten \u2013 doch was sind die verbindenden und trennenden Momente?\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/11\/495904.jpeg?itok=oHZdTW3_\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">FGZ \/ si<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Forscher haben im Zusammenhaltsbericht f\u00fcnf Klimatypen identifiziert, die dem Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz entschlossen bis ablehnend gegen\u00fcbertreten \u2013 doch was sind die verbindenden und trennenden Momente?<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0buqm0\">Die Ablehnenden kritisieren Klimapolitik und f\u00fcrchten wirtschaftliche Folgen. Die Entschlossenen sind von der Dringlichkeit umfassender Ma\u00dfnahmen \u00fcberzeugt. Dazwischen stehen die Besorgten. Sie teilen das Klimabewusstsein der Entschlossenen \u2013 und die wirtschaftlichen Sorgen der Ablehnenden. Das macht sie zu einer Schl\u00fcsselgruppe.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0buqp0\">Die Forscher haben im Zusammenhaltsbericht die fu\u0308nf Klimatypen auf Basis der Daten in der repr\u00e4sentativen Studie \u201eGerman Social Cohesion Panel\u201c (SCP) ausfu\u0308hrlich untersucht, um verbindende und trennende Momente zwischen ihnen herauszustellen \u2013 mit Blick auf soziodemografische Merkmale und materielle Interessenlagen, Einstellungen zu gesellschaftspolitischen Konfliktfeldern, politisches Vertrauen sowie politische Partizipation und Parteineigung, Verschwo\u0308rungsaffinita\u0308t und Erfahrungen von Vertrauen, Zusammenhalt und Abwertung. Daru\u0308ber hinaus geben die Analysen wichtige Hinweise dafu\u0308r, welche Konflikt- und Versta\u0308ndigungskana\u0308le zwischen Menschen mit unterschiedlichen Klimaeinstellungen bestehen ko\u0308nnten.<\/p>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1jam18fp20\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Finden die Klimaschutzskeptiker zueinander, kann dies in einem \u201eanti-\u00f6kologischen Backlash\u201c enden, der eine wachsende gesellschaftliche Wirkung entfaltet und Klimaschutzbem\u00fchungen ernsthaft gef\u00e4hrdet.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/11\/495893.jpeg?itok=gAmuJhIM\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">FGZ \/ si<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Finden die Klimaschutzskeptiker zueinander, kann dies in einem \u201eanti-\u00f6kologischen Backlash\u201c enden, der eine wachsende gesellschaftliche Wirkung entfaltet und Klimaschutzbem\u00fchungen ernsthaft gef\u00e4hrdet.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0buqu0\">Auf der Basis dieser Analysen wurden drei illustrative Szenarien fu\u0308r mo\u0308gliche gesellschaftspolitische Dynamiken einer sozial-o\u0308kologischen Transformation skizziert. In diesen Szenarien ko\u0308nnen auf unterschiedliche Weise durch Prozesse von Versta\u0308ndigung und Konflikt mo\u0308gliche Koalitionen zwischen sozialen Gruppen zur Umsetzung, Abwehr oder Blockade der Transformation entstehen. Das Forscherteam beschr\u00e4nkte sich dabei bewusst auf die Ebene der empirisch-soziologischen Untersuchung von Einstellungsunterschieden und blieb damit notwendigerweise abstrakt.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0bur10\">Denn inwiefern sich diese Dynamiken zwischen Einstellungsgruppen in der Bevo\u0308lkerung auch in der politischen Spha\u0308re zeigen und wirkma\u0308chtig werden, ha\u0308ngt von vielen Faktoren ab \u2013 etwa von ungleicher politischer Repra\u0308sentation sozialer Gruppen, den Eigenlogiken der politischen Spha\u0308re mit Blick auf Wahl- und Parteiensysteme oder der politischen Interessenvermittlung durch intermedia\u0308re Akteure wie zum Beispiel Gewerkschaften oder NGOs.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam2mt440\"><b>Klimapolitik muss soziale Ungleichheiten mitdenken<\/b><\/h2>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1jam1itn00\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Bleiben Besorgte und Indifferente skeptisch und k\u00f6nnen nicht von der sozial-\u00f6konomischen Transformation \u00fcberzeugt werden, droht eine gesellschaftliche Blockade der Klimaschutzbem\u00fchungen und erschwert diese.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/11\/495896.jpeg?itok=oLkJaIou\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">FGZ \/ si<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Bleiben Besorgte und Indifferente skeptisch und k\u00f6nnen nicht von der sozial-\u00f6konomischen Transformation \u00fcberzeugt werden, droht eine gesellschaftliche Blockade der Klimaschutzbem\u00fchungen und erschwert diese.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0bur70\">Die Besorgten k\u00f6nnten die Transformation mittragen \u2013 wenn ihre sozialen Sorgen ernst genommen werden. Die Bereitschaft in der Bev\u00f6lkerung ist da: 53 Prozent sind \u00fcberzeugt, dass es eine grundlegende Ver\u00e4nderung des Wirtschaftssystems br\u00e4uchte, um den Klimawandel zu bek\u00e4mpfen. Entschlossene und Besorgte eint die Forderung nach Umverteilung und sozialem Ausgleich.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam2n7a20\"><b>Kleine Gruppe, gro\u00dfe Wirkung<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0burc0\">Die acht Prozent Ablehnenden sind politisch aktiv. Ihre Positionen werden in sozialen Medien verbreitet \u2013 oft mit Falschinformationen. Das k\u00f6nnte ein Grund daf\u00fcr sein, warum 70 Prozent bef\u00fcrchten, Klimapolitik versch\u00e4rfe gesellschaftliche Konflikte. \u201eWenn die Haltung der Ablehnenden als weit verbreitet gilt, erscheint ambitionierte Klimapolitik als Bedrohung f\u00fcr den Zusammenhalt\u201c, sagt Olaf Groh-Samberg.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam2ne3p0\"><b>Einzigartige Datenbasis<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0burh0\">Der Zusammenhaltsbericht nutzt verschiedene Datenquellen zur Analyse des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die repr\u00e4sentative Studie \u201eGerman Social Cohesion Panel\u201c (SCP) st\u00fctzt sich dabei auf die Befragung von \u00fcber 8.000 Personen in ganz Deutschland, die Ende 2022 durchgef\u00fchrt wurde. Die Ergebnisse dieser Studie bilden zentrale gesellschaftliche Konstellationen ab, deren Entwicklung die Forscher am FGZ fortlaufend beobachten und weiter auswerten. Aktuelle Daten best\u00e4tigen, dass Klimaschutz in der Bev\u00f6lkerung weiterhin einen hohen Stellenwert hat.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1jam20e0q0\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"Im dritten Szenario gelingt es, die Transformationssorgen und sozialstrukturellen Trennlinien zu \u00fcberwindenund es entsteht eine gesellschaftliche Koalition pro Klimaschutz.\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2025\/11\/495897.jpeg?itok=dLsZmg73\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">FGZ \/ si<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\">Im dritten Szenario gelingt es, die Transformationssorgen und sozialstrukturellen Trennlinien zu \u00fcberwindenund es entsteht eine gesellschaftliche Koalition pro Klimaschutz.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0burj0\">\u201eMit unseren Daten k\u00f6nnen wir die Einstellungen zum Klimawandel in der Bev\u00f6lkerung nicht nur in Bezug auf den sozio-demografischen Hintergrund der Befragten analysieren. Wir k\u00f6nnen sie auch mit gesellschaftspolitischen Einstellungen, Erfahrungen von Zusammenhalt im Alltag und dem Vertrauen in politische Institutionen in Beziehung setzen\u201c, erkl\u00e4rt Mitherausgeber Dr. Nils Teichler von der Universit\u00e4t Bremen. Quellen: FGZ \/ Universit\u00e4t Bremen \/ si<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam2noab0\"><b>\u00dcber das FGZ<\/b><\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jam0burq0\">Das <a href=\"https:\/\/fgz-risc.de\">Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)<\/a> ist ein interdisziplin\u00e4res, transferorientiertes und ortsverteiltes Institut. Es besteht seit 2020 und wird vom Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gef\u00f6rdert. Das FGZ verbindet Grundlagenforschung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt mit anwendungsnaher Forschung zu aktuellen Herausforderungen aus einer Vielfalt an disziplin\u00e4ren Perspektiven. F\u00fcr seine Arbeit hat das FGZ ein eigenes Forschungsdatenzentrum (FDZ) aufgebaut, das Daten erhebt, dokumentiert und weitergibt.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/klimaschutz\/fgz-studie-beim-klimaschutz-sind-wir-uns-einig-im-prinzip\">source<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn die Debatten der vergangenen Jahre etwas anderes vermuten lassen: Das Klimabewusstsein der Deutschen ist offenbar ziemlich ausgepr\u00e4gt. 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