{"id":28455,"date":"2026-02-25T17:02:28","date_gmt":"2026-02-25T16:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/verdaenergy.de\/harte-kritik-am-geplanten-gebaeudemodernisierungsgesetz\/"},"modified":"2026-02-25T17:02:28","modified_gmt":"2026-02-25T16:02:28","slug":"harte-kritik-am-geplanten-gebaeudemodernisierungsgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verdaenergy.de\/en\/harte-kritik-am-geplanten-gebaeudemodernisierungsgesetz\/","title":{"rendered":"Harte Kritik am geplanten Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1e3ottl2h0\">Union und SPD haben die Eckpunkte des neuen Geb\u00e4udemodernisierungsgesetzes (GMG) vorgelegt, welches das derzeit geltende <a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/gebaeudeenergiegesetz-geg\">Geb\u00e4udeenergiegesetz <\/a>abl\u00f6sen soll. Die wichtigsten Regelungen im \u00dcberblick:<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2003m0\">65-Prozent-Vorgabe und Beratungspflicht<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia1khso1\">\u201eDie pauschale Vorgabe eines Anteils von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien bei der W\u00e4rmeversorgung f\u00fcr alle Neu- und Bestandbauten entf\u00e4llt\u201c, hei\u00dft es im entsprechenden Informationspapier. \u201eAuch Betriebsverbote f\u00fcr bestimmte Heizungsarten streichen wir.\u201c Das neue Gesetz werde keine Regelungen enthalten, die den Ausbau oder Wechsel bestehender funktionierender Heizungssysteme verpflichtend machen. Zudem wird die Beratungspflicht beim Heizungstausch abgeschafft.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia218so0\">Bio-Treppe<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia21on80\">K\u00fcnftig k\u00f6nnen neben der W\u00e4rmepumpe, Fernw\u00e4rme, hybriden Heizungsmodellen und Biomasseheizung weiterhin auch Gas- und \u00d6lheizungen eingebaut werden. Voraussetzung ist, dass diese ab 1.1.2029 einen zunehmenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe nutzen \u2013 was im Informationspapier als Bio-Treppe bezeichnet wird.\u00a0Ab Januar 2029 muss dieser Anteil bei mindestens zehn Prozent liegen. Der weitere Anstieg bis 2040 soll in drei Schritten im Gesetz festgelegt werden. F\u00fcr den Bioanteil in Gas und \u00d6l entf\u00e4llt der CO2-Preis.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2apek0\">Gr\u00fcngas- und Gr\u00fcnheiz\u00f6lquote<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2aj0j0\">F\u00fcr die Inverkehrbringer von Erdgas und Heiz\u00f6l wird eine Gr\u00fcngas- beziehungsweise Gr\u00fcnheiz\u00f6lquote eingef\u00fchrt. Will hei\u00dfen: Die Anbieter\u00a0werden zum anteiligen Einsatz von klimafreundlichen Gasen sowie klimafreundlichem Heiz\u00f6l verpflichtet. Dazu z\u00e4hlen Biomethan, gr\u00fcner, blauer, orangener und t\u00fcrkiser Wasserstoff, Wasserstoffderivate sowie synthetisches Methan und Bio\u00f6l. Die Quote wird 2028 in H\u00f6he von bis zu einem Prozent starten und soll in einem hochlaufenden Pfad so ausgestaltet sein, dass sie einen zus\u00e4tzlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leistet. Zur konkreten Umsetzung soll das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie bis zum Sommer dieses Jahres entsprechende Eckpunkte vorstellen.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2mtap0\">BEG-F\u00f6rderung<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2nfi20\">Die ausk\u00f6mmliche Finanzierung der Bundesf\u00f6rderung effiziente Geb\u00e4ude (BEG) wird bis mindestens 2029 sichergestellt. Was \u201eausk\u00f6mmlich\u201c konkret bedeutet, wurde nicht genannt.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2lbgp0\">EPBD<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2li4h0\">Mit dem Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz w\u00fcrden die Vorgaben der Europ\u00e4ischen Geb\u00e4udeeffizienzrichtlinie (EPBD) eins zu eins umgesetzt, hei\u00dft es im Informationspapier. \u201eSpielr\u00e4ume bei der Umsetzung der EPBD sch\u00f6pfen wir aus. Parallel werden wir uns bei der EU-Kommission daf\u00fcr einsetzen, die Umsetzungsfristen der Richtlinie zu verl\u00e4ngern, die Vorschriften deutlich zu verschlanken und den Gedanken des Quartiersansatzes im europ\u00e4ischen Recht zu verankern.\u201c Aus der Umsetzung der EPBD folgen f\u00fcr Wohngeb\u00e4ude keine geb\u00e4udeindividuellen Sanierungsanforderungen.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2t0200\">W\u00e4rmeplanung<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia2tbar0\">Kommunen unter 15.000 Einwohnern sollen bei der kommunalen W\u00e4rmeplanung entlastet werden. F\u00fcr diese gelte k\u00fcnftig eine stark vereinfachte W\u00e4rmeplanung, bei der sich der Aufwand auf bis zu circa 20 Prozent reduziere.\u00a0<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia32ho60\">W\u00e4rmenetze<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia328sk1\">Die Bundesf\u00f6rderung effiziente W\u00e4rmenetze (BEW) wird gesetzlich geregelt und aufgestockt, um den Bau und die Dekarbonisierung von Nah- und Fernw\u00e4rmenetzen zu unterst\u00fctzen und Verbraucher zu entlasten.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia35p7b0\">Bis Ostern soll ein Entwurf des GMG im Kabinett beschlossen werden. Das neue Gesetz soll dann noch vor dem 1. Juli 2026 in Kraft treten. Zudem wird das GMG im Jahr 2030 einer Evaluierung unterzogen. Sollte sich dann zeigen, dass der Geb\u00e4udesektor seine Klimaziele verfehlt, werde nachgesteuert.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia3k6760\">Kritik: energiepolitischer Offenbarungseid\u00a0<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia3jlc40\">Von Verb\u00e4nden und Organisationen gibt es viel Kritik und wenig Lob. Am deutlichsten wird die <a href=\"https:\/\/www.duh.de\/\">Deutsche Umwelthilfe (DUH)<\/a>.\u00a0\u201eDieses Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz ist mehr als ein R\u00fcckschritt \u2013 es ist ein klimapolitischer Wortbruch und ein energiepolitischer Offenbarungseid\u201c, sagt DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Barbara Metz. Statt fossile Abh\u00e4ngigkeiten endlich zu beenden, ermutige die Bundesregierung zum Einbau neuer Gas- und \u00d6lheizungen. \u201eWer die 65-Prozent-Erneuerbare-Regel streicht, verabschiedet sich faktisch von der Klimaneutralit\u00e4t im Geb\u00e4udesektor.\u201c\u00a0Besonders zynisch sei die soziale Dimension. \u201eMillionen Mieterinnen und Mieter werden an eine teure und auslaufende Gasinfrastruktur gefesselt, obwohl sie \u00fcber ihre Heizung nicht einmal selbst entscheiden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia3udqf0\">Auch das <a href=\"https:\/\/umweltinstitut.org\/\">Umweltinstitut M\u00fcnchen<\/a> sieht den Wegfall der 65-Prozent-Regelung als\u00a0klima- und sozialpolitisch fatale Fehlentscheidung. \u201eDer Einbau von neuen Gasheizungen soll durch die Pl\u00e4ne der Bundesregierung wieder erlaubt werden. Zeitgleich plant die Bundesregierung aber richtigerweise, Stadtwerken den schrittweisen Ausstieg aus der Gasversorgung zu erm\u00f6glichen, weil sich der Betrieb der Gasnetze nicht mehr rechnet\u201c, hei\u00dft es in einer Pressemitteilung. Der Widerspruch aus neu installierten Gasheizungen und schrumpfenden Netzen werde f\u00fcr die Gaskundinnen und -kunden damit zur Kostenfalle. \u201eWeil immer mehr Menschen auf W\u00e4rmepumpen umsteigen oder an ein W\u00e4rmenetz angeschlossen werden, steigen die Netzkosten f\u00fcr die im Netz verbleibenden Haushalte extrem an.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia5kgbm0\">M\u00f6gliche Mehrkosten durch Bio-Treppe\u00a0<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia4m9320\">Kritisch sieht der <a href=\"https:\/\/www.bsb-ev.de\/\">Bauherrenschutzbund (BSB)<\/a> die so genannte Bio-Treppe. Da diese zunehmend auf nur begrenzt verf\u00fcgbare gr\u00fcne Gase und Wasserstoff setze, drohten aktuell nicht kalkulierbare Mehrkosten f\u00fcr private Haushalte, bef\u00fcrchtet BSB-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Henrik Fork-Weigel. \u201eEntscheidend ist deshalb, dass das neue Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz die unabh\u00e4ngige Energieberatung und den individuellen Sanierungsfahrplan st\u00e4rkt. Sie geben Eigent\u00fcmerinnen und Eigent\u00fcmern eine verl\u00e4ssliche, marktneutrale Entscheidungshilfe, um zukunftsf\u00e4hig zu bauen und modernisieren.\u201c Der geplante Wegfall der Beratungspflicht beim Heizungstausch ist laut Fork-Weigel der falsche Ansatz, wenn es um eine sichere Entscheidungsfindung geht. \u201eHier muss die Bundesregierung dringend nachbessern\u201c, so seine Forderung.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia50q8p0\">Die Verf\u00fcgbarkeit von gr\u00fcnem Gas sieht auch der <a href=\"https:\/\/www.vku.de\/\">Verband kommunaler Unternehmen (VKU)<\/a> als Schwachpunkt.\u00a0Eine Gr\u00fcngasquote von zun\u00e4chst einem Prozent sei zwar machbar. Entscheidend sei aber die Frage, wie die Quote dar\u00fcber hinaus erh\u00f6ht werden k\u00f6nne. \u201eHier bleibt die Koalition eine Antwort schuldig\u201c, so\u00a0VKU-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Ingbert Liebing. \u201eWir sehen aktuell nicht, wie der Hochlauf gr\u00fcner Gase und insbesondere Biomethan f\u00fcr eine Beimischung ins Gasnetz massiv gesteigert werden kann, ohne weitere Kostensteigerungen f\u00fcr Eigent\u00fcmer und Mieter zu verursachen. So droht eine Gr\u00fcngasquote zur Mogelpackung zu werden, die Verbraucher erst in tr\u00fcgerischer Sicherheit wiegt und sie dann teuer zu stehen kommt.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia5kp5r0\">Lob f\u00fcr Bekenntnis zur EPBD<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia5l91j0\">\u00a0. <a href=\"https:\/\/deneff.org\/\">Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff)<\/a> begr\u00fc\u00dft zumindest das klare Bekenntnis der Regierungsfraktionen zur vollst\u00e4ndigen Umsetzung der EPBD.\u00a0\u201eDie konsequente Umsetzung der EPBD ist ein wichtiges Signal f\u00fcr Investitionssicherheit und europ\u00e4ische Verl\u00e4sslichkeit\u201c, erkl\u00e4rt Henning Ellermann, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorstand der Deneff.\u00a0 Die Vorgaben m\u00fcssten nun z\u00fcgig in der Gesetzesnovelle und in der F\u00f6rderpolitik Niederschlag finden. Das bedeute, sowohl einen Fokus auf die schnellere Ert\u00fcchtigung energetisch schlechter Bestandsgeb\u00e4ude als auch auf den Nullemissionsstandard im Neubau zu legen.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jia5qe2s0\">Nach einer Phase erheblicher Verunsicherung und Investitionszur\u00fcckhaltung im Heizungs- und Sanierungsmarkt k\u00f6nnten die angek\u00fcndigten Vereinfachungen durch das GMG zumindest zu mehr Planungssicherheit beitragen, glaubt Ellermann. Die Eckpunkte enthalten seiner Meinung nach jedoch noch eine Reihe von uneindeutigen, teils auch widerspr\u00fcchlichen Aussagen. \u201eSicher scheint jedoch: Im Heizungskeller gilt k\u00fcnftig wohl eher weniger Ambition beim Klimaschutz\u201c, so Ellermann. ms<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/gebaeudeenergiegesetz-geg\/harte-kritik-am-geplanten-gebaeudemodernisierungsgesetz\">source<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Union und SPD haben die Eckpunkte des neuen Geb\u00e4udemodernisierungsgesetzes (GMG) vorgelegt, welches das derzeit geltende Geb\u00e4udeenergiegesetz abl\u00f6sen soll. 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