{"id":29523,"date":"2026-07-06T12:46:41","date_gmt":"2026-07-06T11:46:41","guid":{"rendered":"https:\/\/verdaenergy.de\/eeg-reform-wirtschaftlichkeit-von-pv-dachanlagen-gefaehrdet\/"},"modified":"2026-07-06T12:46:41","modified_gmt":"2026-07-06T11:46:41","slug":"eeg-reform-wirtschaftlichkeit-von-pv-dachanlagen-gefaehrdet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/verdaenergy.de\/en\/eeg-reform-wirtschaftlichkeit-von-pv-dachanlagen-gefaehrdet\/","title":{"rendered":"EEG-Reform: Wirt\u00adschaft\u00adlich\u00adkeit von PV-Dach\u00adan\u00adlagen gef\u00e4hrdet"},"content":{"rendered":"<div>\n<figure class=\"aurora-image _right _fit-frame-height-to-content\" data-tap-fullscreen=\"\" data-component-id=\"doc-1hjp71i0j6\">\n <img decoding=\"async\" class=\"aurora-doc-image\" alt=\"\" src=\"\/sites\/default\/files\/styles\/aurora_default\/public\/aurora\/2026\/07\/547721.jpeg?itok=FLzOWTmH\"\/><\/p>\n<p class=\"credit\" doc-editable=\"credit\">U. J. Alexander &#8211; stock.adobe.com<\/p><figcaption doc-editable=\"caption\"\/>\n<\/figure>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jnc7s3em0\"><b>Die EEG-Reform steigert Vermark\u00adtungs\u00adkos\u00adten f\u00fcr kleine PV-Dach\u00adan\u00adlagen. Agora warnt vor einem Markteinbruch und fordert u.<\/b>\u00a0<b>a. l\u00e4ngere \u00dcbergangsfristen.<\/b><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1hjp71i0j7\">Mit der bevorstehenden Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes plant die Bundesregierung, dass Haushalte ihren Dachstrom k\u00fcnftig \u00fcber Anbieter vermarkten oder ganz auf die Einspeisung ins Netz verzichten sollen. Doch damit w\u00fcrde sich die Investition in vielen F\u00e4llen nicht mehr lohnen, wie eine Analyse von Agora Energiewende zeigt. Der Thinktank schl\u00e4gt einen l\u00e4ngeren \u00dcbergang vor, um einen Markteinbruch zu verhindern.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenijvj0\">Der Umstieg auf eine Direktvermarktung von Dachstrom w\u00fcrde die Kosten von PV-Dachanlagen gegen\u00fcber der derzeitigen fixen Einspeiseverg\u00fctung f\u00fcr Haushalte erh\u00f6hen. F\u00fcr einen Vier-Personen-Haushalt in einem Bestandshaus w\u00fcrde das j\u00e4hrliche Mehrkosten von 185\u00a0bis 277\u00a0\u20ac bedeuten \u2013 je nach Eigenverbrauch. Das zeigen neue Berechnungen von Agora Energiewende.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenik010\">In der Folge w\u00fcrde sich der Bau einer Dachanlage vor allem f\u00fcr Haushalte ohne W\u00e4rmepumpe und E-Auto nicht mehr lohnen. Damit riskiert der jetzige Gesetzentwurf einen Einbruch beim Ausbau kleiner Dachanlagen, die heute rund 30\u00a0% der Solarleistung ausmachen. Gerade in Haushalten der unteren Einkommensklassen k\u00e4me der Ausbau von PV-Dachanlagen vermutlich ganz zum Erliegen. Grund daf\u00fcr sind vor allem derzeit noch hohe Dienstleistungskosten f\u00fcr die Direktvermarktung von rund 140\u00a0\u20ac j\u00e4hrlich.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenjp6b0\">Nulleinspeisung macht Anlagen noch unwirtschaftlicher<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenik0c0\">Bei geringem Eigenverbrauch w\u00e4re es f\u00fcr Privathaushalte attraktiver, weiter Netzstrom zu beziehen. Laut Agora m\u00fcssten die Kosten f\u00fcr die Vermarktung des Stroms auf unter 50\u00a0\u20ac im Jahr sinken, damit auch Anlagen ohne hohen Eigenverbrauch in der Direktvermarktung wirtschaftlich bleiben. Die alternativ vorgesehene Nulleinspeisung, bei der die Haushalte vollst\u00e4ndig auf die Einspeisung ins Netz verzichten, w\u00fcrde die Anlagen sogar noch unwirtschaftlicher machen: Die Mehrkosten f\u00fcr einen Vier-Personen-Haushalt im Bestandshaus w\u00fcrden sich auf 281\u00a0\u20ac bei hohem Eigenverbrauch beziehungsweise 333\u00a0\u20ac bei geringem Eigenverbrauch belaufen. Gleichzeitig w\u00fcrden auch die Stromkosten f\u00fcr alle steigen, da Solarstrom, der den B\u00f6rsenstrompreis d\u00e4mpft, dem System verloren geht.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenik0n0\">\u201eKleine PV-Dachanlagen stehen an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit. Doch die vom Gesetzgeber vorgesehene Direktvermarktung ist derzeit noch komplex und teuer f\u00fcr Privathaushalte\u201c, sagt Julia Bl\u00e4sius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland. \u201eDie Bundesregierung kann die EEG-Novelle jetzt nutzen, um die Marktintegration kleiner PV-Dachanlagen gut vorzubereiten. Wichtig daf\u00fcr ist, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu machen: Zun\u00e4chst m\u00fcssen die Voraussetzungen geschaffen werden, dann k\u00f6nnen sich wirtschaftlich attraktive Angebote bilden.\u201c Zu den Voraussetzungen geh\u00f6ren laut Agora etwa standardisierte digitale Schnittstellen zwischen Anlagen und Strommarkt oder der fl\u00e4chendeckende Ausbau von Smart-Metern. Um das zu schaffen, braucht es auch klare Umsetzungsfristen f\u00fcr Netzbetreiber.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenimpb0\">Mit l\u00e4ngerem \u00dcbergang Markteinbruch verhindern<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenik1a0\">F\u00fcr den \u00dcbergang in die Direktvermarktung sieht der EEG-Gesetzentwurf aktuell zwei Jahre vor. In dieser Zeit sollen kleine Dachanlagen statt einer festen Einspeiseverg\u00fctung den durchschnittlichen Marktwert eines Jahres von Solarstrom erhalten, so wie aktuell alte Anlagen, die nach 20 Jahren aus der EEG-F\u00f6rderung fallen.<span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenik1m0\">\u201eMit Blick auf die erforderliche Kostenreduktion sind zwei Jahre zu knapp bemessen, um eine attraktive Direktvermarktung in der Breite zu schaffen\u201c, betont Bl\u00e4sius. \u201eMit einer ausreichenden Vorlaufzeit von vier Jahren l\u00e4sst sich der Markteinbruch verhindern.\u201c Eine Verl\u00e4ngerung der fixen Einspeiseverg\u00fctung um weitere vier Jahre w\u00fcrde 2030 rund 160\u00a0Mio.\u00a0\u20ac zus\u00e4tzliche F\u00f6rderkosten f\u00fcr die Neuanlagen bedeuten. Zum Vergleich: Heute flie\u00dfen j\u00e4hrlich insgesamt rund 8 Mrd.\u00a0\u20ac in die F\u00f6rderung aller Solaranlagen vom EEG-Konto, der Gro\u00dfteil in die F\u00f6rderung alter Anlagen. Die EEG-Ausgaben sinken ab Anfang des kommenden Jahrzehnts ohnehin deutlich auf etwa 1,5\u00a0Mrd.\u00a0\u20ac im Jahr 2035, da teure Altanlagen zunehmend aus dem F\u00f6rderregime fallen.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenik200\">F\u00fcr den Fall, dass die Direktvermarktung die Wirtschaftlichkeitsschwelle in der \u00dcbergangszeit nicht erreicht, pl\u00e4diert der Thinktank zudem f\u00fcr eine Fallback-Option: Dann k\u00f6nnten die Netzbetreiber in die Pflicht genommen werden, den Strom zum aktuellen B\u00f6rsenstrompreis zu vermarkten und diesen \u2013 abz\u00fcglich einer geringen Geb\u00fchr \u2013 an die Anlagenbetreibenden weiterzureichen.<\/p>\n<h2 class=\"aurora-text aurora-crosshead\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenipca0\">Einkommensschwache Haushalte verst\u00e4rkt unterst\u00fctzen<\/h2>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenik2k0\">Haushalte mit PV-Anlage, Batteriespeicher, W\u00e4rmepumpe und Elektroauto senken ihre Energiekosten im Vergleich zu konventionellen Technologien um rund ein Drittel \u2013 und wappnen sich gegen fossile Preisschocks. Laut Agora ist bei der Unterst\u00fctzung ein st\u00e4rkerer Fokus auf einkommensschwache Haushalte erforderlich, damit auch diese ihre Energiekosten senken k\u00f6nnen. \u201eDurch soziale Leasingangebote f\u00fcr W\u00e4rmepumpen und E-Autos sowie gezielte F\u00f6rderprogramme profitieren auch Haushalte mit wenig finanziellem Spielraum von den Kostenvorteilen der Energiewende\u201c, betont Bl\u00e4sius.<\/p>\n<p class=\"aurora-text aurora-body\" doc-editable=\"text\" data-component-id=\"doc-1jsenik2t0\">Um die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Verg\u00fctungssysteme zu vergleichen, hat das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE im Auftrag von Agora Energiewende die Investitionskosten f\u00fcr PV-Anlage und Batterie, die Einnahmen sowie die verbleibenden Stromkosten \u00fcber 20\u00a0Jahre in j\u00e4hrliche Kosten umgerechnet. Die Wirtschaftlichkeit leitet sich aus dem Vergleich mit einem Haushalt ohne PV-Batteriesystem ab. Die Analyse \u201eVom Hausdach in den Strommarkt \u2013 Wirtschaftlichkeit und Marktintegration von PV-Kleinanlagen\u201c hat Agora Energiewende auf Basis von Berechnungen des Fraunhofer ISE erstellt. Die Publikation steht zum kostenlosen Download auf <a href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\">www.agora-energiewende.de<\/a> bereit.\u00a0\u25a0<br data-newline=\"\"\/>Quelle: Agora Energiewende \/ ml<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geb-info.de\/foerderung\/eeg-reform-wirtschaftlichkeit-von-pv-dachanlagen-gefaehrdet\">source<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>U. J. Alexander &#8211; stock.adobe.com Die EEG-Reform steigert Vermark\u00adtungs\u00adkos\u00adten f\u00fcr kleine PV-Dach\u00adan\u00adlagen. Agora warnt vor einem Markteinbruch und fordert u.\u00a0a. l\u00e4ngere \u00dcbergangsfristen. 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