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Die jüngste Reform der Heizungsförderung stößt bei vielen Hausbesitzern auf Ablehnung, motiviert aber fast die Hälfte zu einem schnelleren Wechsel zur Wärmepumpe. Dies zeigt der aktuelle thermondo Wärmepumpen-Monitor, der die Reaktionen auf das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und die reformierte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) untersucht.
Die Umfrage wurde im Auftrag des Cleantech-Unternehmens thermondo vom Marktforschungsinstitut Appinio zwischen dem 24. und 31. Juli 2026 unter 1000 Eigenheimbesitzern durchgeführt. Sie liefert Einblicke in die aktuelle Stimmung und die Entscheidungsprozesse der Hausbesitzer hinsichtlich des Heizungstauschs.
Förderkürzung erzeugt Handlungsdruck
Die staatliche Heizungsförderung ist 83 % der Befragten bekannt. Nach der Reform im Juli 2026 sank der Fördersatz im Regelfall von 55 % auf 46 %, was eine Kürzung von 3620 Euro für Hausbesitzer bedeutet. Diese Maßnahme bewerten 55 % der Befragten negativ. 21 % heißen den Schritt gut, während 19 % unentschlossen sind.
Gleichzeitig erzeugt der geplante Abschmelzpfad der neuen Förderung Handlungsdruck. Die Fördersumme sinkt ab Februar 2027 alle sechs Monate um rund 1300 Euro. Ende 2028 stehen statt 12.880 Euro nur noch 7500 Euro vom Staat zur Verfügung. Diese Dynamik motiviert 45 % der Umfrageteilnehmer zu einem schnelleren Umstieg auf die Wärmepumpe. Davon möchten 11 % den Wechsel definitiv vorziehen; 34 % denken darüber nach. Für 51 % der Befragten hat die sinkende Förderung keinen Einfluss auf ihren Zeitplan. Dr. Richard Lucht, VP Brand, Communication & Public Affairs bei thermondo, betont: „Wer wartet, zahlt drauf.“ Er warnt davor, dass Gasheizungen durch steigende Netzentgelte, CO2-Preise und teure Bio-Brennstoffe schnell in eine Kostenfalle führen können.
Kostenwahrnehmung und Informationsstand
Bei den Anschaffungskosten zeigt sich eine Erwartungslücke: Hausbesitzer würden nach Abzug der Förderung im Schnitt 15.575 Euro für eine Wärmepumpe ausgeben. Bei einem durchschnittlichen Preis von 30.000 Euro und dem aktuellen Regel-Förderbetrag von 12.880 Euro verbleibt jedoch ein höherer Eigenanteil von rund 17.120 Euro. Dieser Eigenanteil steigt zudem jedes halbe Jahr.
Hinsichtlich des Wissensstands über die Heizungswahl schätzen sich 52 % der Befragten als gut informiert ein. Dem stehen 45 % mit Informationsdefiziten gegenüber; 11 % dieser Gruppe fühlen sich nicht informiert. Richard Lucht stellt fest, dass die Wärmepumpe im Bewusstsein der Hausbesitzer als Standardlösung angekommen ist, aber weiterhin Aufklärungsbedarf zur Vollkostenrechnung besteht.
Wärmepumpe als klarer Favorit
Die Wärmepumpe bleibt die bevorzugte Heizlösung für Hausbesitzer: 49 % würden bei einem spontanen Heizungstausch zur Wärmepumpe greifen. Dies ist der höchste Wert im thermondo Wärmepumpen-Monitor bisher. Weit abgeschlagen folgen Hybridsysteme mit 18 % und Gasheizungen mit 14 %.
Die Entscheidung für die Wärmepumpe wird vorrangig von wirtschaftlichen Faktoren getrieben. 63 % der Befürworter nennen sinkende Heizkosten als stärkstes Kaufargument. Versorgungssicherheit und die Wertsteigerung der eigenen Immobilie folgen mit jeweils 44 % Zustimmung. Der Beitrag zum Umweltschutz spielt für 41 % eine Rolle, während die staatliche Förderung nur noch von 33 % als Argument angeführt wird.
Finanzielle Hürden bestehen weiterhin
Auf der Gegenseite dominieren finanzielle Vorbehalte: 35 % der Befragten nennen hohe Anschaffungskosten als größtes Hindernis für den Wechsel zur Wärmepumpe, gefolgt von der Sorge vor laufenden Stromkosten (20 %) und unzureichenden finanziellen Mitteln (18 %). Unsicherheit über staatliche Förderungen geben 12 % der Befragten als Hemmnis an; Zweifel an der grundsätzlichen Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe äußern 10 %.
Richard Lucht von thermondo fasst zusammen, dass die Mehrheit verstanden hat, dass sich die Wärmepumpe rechnet. Trotzdem bleiben finanzielle Hürden ein Hindernis für die Wärmewende im Eigenheim. Er fordert, dass Hersteller und Handwerk durch Skalierung und Prozessstandards die Preise für Wärmepumpen weiter senken. Zudem seien spürbare Entlastungen beim Strompreis notwendig, um die Elektrifizierung zu beschleunigen. Der im Juli veröffentlichte „Electrification Action Plan“ der Europäischen Union strebt ein Elektrifizierungsziel von 46 % bis 2040 in den Mitgliedstaaten an. Dieser Plan soll die Wirtschaftlichkeit elektrischer Lösungen gegenüber fossilen Systemen strukturell verbessern, unter anderem durch eine niedrigere Besteuerung von Strom im Vergleich zu Erdgas.
Über die Umfrage:
Die Befragung wurde im Auftrag von thermondo über Appinio unter 1000 Eigenheimbesitzer:innen online im Zeitraum vom 24.07. bis 31.07.2026 durchgeführt. Die Befragten sind keine Kund:innen von thermondo und zwischen 25 und 99 Jahren alt.
Quelle: thermondo / fl

