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Irankrieg: Energiekrise 2.0? Tipps für Gas-, Öl- und Stromkunden – Erneuerbare Energien machen unabhängiger von Preisschwankungen

Gaspreise steigen aktuell / Unsicherheit bei Verbrauchern wächst
Ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Energiepreise für Verbraucher ist die Veränderung des Gaspreises an den Großhandelsmärkten. Bereits kurz nach Beginn der Kriegshandlungen im Iran waren hier deutliche Steigerungen zu verzeichnen. So sind die Großhandelspreise für das deutsche Marktgebiet in den ersten Märztagen um circa 50 Prozent gestiegen (von etwa 33 Cent/kWh auf über 50 Cent/kWh; Stand 04. März 2026). Das sind zwar deutliche Steigerungen, aktuell aber noch vom Rekordniveau 2022 entfernt. Die weitere Entwicklung der Großhandelspreise hängt jetzt entscheidend davon ab, wie lange die Blockade der Straße von Hormus anhält.

Was bedeutet das für Haushaltskunden mit Gasheizung?
Die Preise für Haushaltskunden reagieren grundsätzlich deutlich träger als der Großhandelsmarkt, erklärt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Entsprechend sind aktuell noch keine signifikanten Preissteigerungen zu sehen.

  • Das Best-Case-Szenario: Sollte sich die Situation rasch wieder entspannen, könnten die Auswirkungen auf Haushaltskunden gering ausfallen. 
  • Szenario mit weiter ansteigenden Großhandelspreisen: Dann müssten auch Haushaltskunden mit deutlichen Preissteigerungen rechnen. Nach den Erfahrungen aus 2022 wäre dabei zunächst mit einem Anstieg der Gaspreise für Neuverträge zu rechnen, der derzeit aber noch nicht festzustellen ist. Mit einem gewissen Zeitverzug von einigen Wochen oder Monaten müssten Kunden dann auch mit Preiserhöhungen in laufenden Gasverträgen rechnen. 

Die Vergleichsplattform Verivox bestätigt das: Demnach zeichnet sich bei den Neukundenpreisen bisher kein Preisanstieg ab. Im Gegenteil: Gas ist derzeit mit 8,4 Cent pro Kilowattstunde sogar günstiger als noch vor einem Jahr (10,2 Cent/kWh). Sollten die Börsenpreise weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben, ist in den kommenden Wochen auch mit steigenden Neukundenpreisen zu rechnen. Die Spannungen im Nahen Osten haben die Nachfrage nach Gastarifen sprunghaft ansteigen lassen. Aktuell werden laut Verivox mehr als doppelt so viele neue Gasverträge abgeschlossen wie noch vor einer Woche. Die Sorge vor künftigen Preisanstiegen veranlasst viele Verbraucher derzeit dazu, sich jetzt um einen günstigen Gastarif zu kümmern.

Strom und Fernwärme mittelfristig betroffen, allerdings wohl geringer als bei Gas
Ein nachhaltiger Anstieg der Großhandelspreise für Gas würde nach Einschätzung der Verbraucherzentrale auch auf die Strompreise durchschlagen, wenngleich dieser – wie die Energiepreiskrise von 2022 gezeigt hat – deutlich geringer ausfallen dürfte als in der Gasversorgung. 

Auch die Fernwärmepreise sind in den meisten Netzen eng an die Entwicklung des Gaspreises geknüpft: Teilweise replizieren die Preisformeln der Anbieter direkt die Großhandelspreise für Gas. Die komplexen Preisformeln führen in der Fernwärme zu einer automatischen Preisanpassung, wobei die Entwicklung der Großhandelspreise häufig erst mit einem Verzug von einem Jahr berücksichtigt werden.

Ölheizung: Kosten für Heizöl direkt gestiegen
Haushalte mit Ölheizung konnten dem Ansteigen der Preise beim Heizöl direkt zusehen – die Kosten sind jetzt schon vergleichbar mit denen zu Beginn des Ukraine-Kriegs. Einzig, dass die Heizsaison so gut wie vorbei ist, nimmt etwas Druck aus der Situation. Verbraucher:innen sollten die Preise jetzt gut beobachten und vergleichen, um möglichst günstig ihren Tank nachzufüllen.

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Was können Verbraucher aktuell tun?
Immer sinnvoll und die kurzfristigste Möglichkeit, Preissteigerungen zu umgehen, ist das Einsparen von Energie. Dies gilt an der Zapfsäule genauso wie für Warmwasser, Strom und Heizung. Doch auch mittelfristig können sich Verbraucher vor Preissteigerungen schützen:

  • Wer in der aktuellen Lage einen neuen Strom- oder Gasliefervertrag abschließen möchte, sollte in Erwägung ziehen, einen Tarif mit Preisgarantie abzuschließen. So lässt sich das Risiko kurzfristiger Preiserhöhungen minimieren. Mit dem Blick ins Kleingedruckte sollten Verbraucher prüfen, dass die Garantie auch das bietet, was sie verspricht.
  • Gas- und Stromkunden sollten eingehende Nachrichten ihres Versorgers in nächster Zeit besonders aufmerksam prüfen, denn Preiserhöhungen muss der Versorger in der Regel vorher ankündigen. Dies geschieht vielfach auch auf digitalem Wege, weshalb auch E-Mail-Postfächer und Kunden-Accounts im Auge behalten werden sollten. Im Falle einer Preiserhöhung besteht in der Regel ein Sonderkündigungsrecht, welches betroffenen Kunden den Wechsel zu einem anderen Anbieter ermöglicht. Verbraucher sollten bei jeder Preiserhöhung den Abschluss eines günstigeren Tarifs prüfen.
  • Werden Preiserhöhungen gar nicht, zu spät oder auf intransparente Weise angekündigt, ist die jeweilige Preiserhöhung unwirksam. Deshalb kann sich eine rechtliche Prüfung auch dann noch lohnen, wenn Kündigungsfristen verpasst wurden.
  • In der Fernwärme ist die Situation komplizierter, da ein Anbieterwechsel hier nicht möglich ist und eine Preiskontrolle rechtlich anspruchsvoll ist. Entsprechend groß war der Frust unter Fernwärmekunden in der zurückliegenden Energiepreiskrise. Die Verbraucherzentralen der Bundesländer stellen hier Informationen bereit und helfen bei der Prüfung der Preise.
  • Haushalte mit Ölheizung sollten die Heizölpreise genau beobachten und vergleichen. Bei den aktuell hohen Preisen sollten sie gut abwägen, ob sie jetzt eine Komplettfüllung bestellen oder mit geringen Mengen überbrücken und auf sinkende Preise hoffen. Preisvergleiche helfen, vergleichsweise günstige Optionen zu finden. Auch Sammelbestellungen können sich lohnen. Hamsterkäufe zu hohen Preisen sind aber nicht sinnvoll.

Langfristige Unabhängigkeit durch erneuerbare Energien

Auch wenn Gaskraftwerke weiterhin einen Teil der Stromerzeugung übernehmen – der wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Strommix sorgt dafür, dass Deutschland in diesem Bereich zunehmend unabhängiger von Energieimporten wird. Auch private Eigentümer:innen können diese Strategie für sich nutzen, um weniger anfällig für schwankende Öl- und Gaspreise zu sein:

  • Besonders die Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlage und Ladestation für ein E-Auto ermöglicht es, einen großen Teil des eigenen Energiebedarfs mit selbst erzeugtem erneuerbarem Strom zu decken. Das kann helfen, Preissprünge auf den Energiemärkten besser abzufedern.
  • Eine weitere Strategie ist die Verbesserung der Bausubstanz durch eine energetische Sanierung: Wer mit einer Dämmung des Hauses, neuen Fenstern oder einer neuen Haustür den Energieverbrauch des Hauses senkt, muss sich deutlich weniger um die Energiepreise sorgen.

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Quelle: Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. (VZSH) / Verivox / energie-fachberater.de


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